Rosenwurz (Rhodiola rosea): Der “Gegenpol” zu Ashwagandha

Rosenwurz (Rhodiola rosea) mit fleischigen grünen Blättern und gelb-orangefarbenen Blüten an einem felsigen, alpinen Standort.

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Rhodiola rosea L.
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Weitere Namen: Rosenwurz, Rosenroot, Golden Root, Arctic Root
Verbreitung: Kühle, subarktische und alpine Regionen der Nordhalbkugel, darunter Skandinavien, die Alpen, Russland, Zentral- und Ostasien sowie Nordamerika
Verwendete Pflanzenteile: Rhizom und Wurzeln
Charakteristische Inhaltsstoffe: Rosavin, Rosin, Rosarin, Salidrosid (Rhodiolosid), Tyrosol sowie verschiedene Flavonoide und Phenolverbindungen
Traditionelle Verwendung: Vor allem bei Müdigkeit, Schwäche, Erschöpfung und körperlicher Belastung
Heute erforscht für: Stressbedingte Müdigkeit, mentale und körperliche Leistungsfähigkeit, Stressreaktion, Stimmung und neurobiologische Stressmechanismen
Besonderheit: Das angeschnittene Rhizom kann einen charakteristischen rosenähnlichen Duft entwickeln, auf den sowohl der deutsche Name als auch das Artepitheton “rosea” verweisen.

Blühender Rosenwurz (Rhodiola rosea) mit zahlreichen gelben Blüten auf steinigem Boden in einer kargen Küstenlandschaft.

Ashwagandha steht heute fast sinnbildlich für Entspannung. Weniger Stress, besser schlafen, herunterkommen. Rosenwurz begegnet demselben Problem von einer anderen Seite. Die Pflanze wird nicht in erster Linie mit Ruhe verbunden, sondern mit der Fähigkeit, trotz Belastung leistungsfähig zu bleiben.

Das hat Rhodiola rosea den Ruf eines “aktivierenden Adaptogens” eingebracht. Rosenwurz wird dabei weniger mit Ruhe als mit dem Gegenteil verbunden: weniger Müdigkeit, mehr Konzentration und der Fähigkeit, körperliche und psychische Belastungsphasen besser zu bewältigen.

Als Gegenpol zu Ashwagandha lässt sich das gut erzählen. Pharmakologisch sind die beiden Pflanzen allerdings keine Gegenspieler. Beide werden unter dem etwas unscharfen Begriff “Adaptogene” vermarktet und beide werden im Zusammenhang mit Stressreaktionen untersucht. Der Unterschied liegt eher in ihrer Geschichte, ihren Inhaltsstoffen und darin, welche Wirkungen traditionell und klinisch besonders im Vordergrund stehen.

Und Rosenwurz hat eine Geschichte, die ziemlich gut zu diesem Ruf passt. Die Pflanze wächst dort, wo schon das Überleben selbst nach Ausdauer aussieht.

Eine Sukkulente aus Kälte, Wind und Fels

Rosenwurz gehört zu den Dickblattgewächsen, den Crassulaceae. Rhodiola rosea ist eine mehrjährige sukkulente Pflanze mit fleischigen Blättern und einem kräftigen unterirdischen Rhizom. Ihre natürliche Verbreitung zieht sich durch kühle Regionen der Nordhalbkugel: von Skandinavien und Island über Gebirgsregionen Europas und Russlands bis nach Zentral- und Ostasien sowie Nordamerika. Auch in den Alpen ist die Art heimisch.

Sie wächst häufig auf felsigen Böden, an Gebirgshängen und anderen Standorten mit kurzen Vegetationsperioden. Für eine Pflanze bedeutet das wenig Zeit zum Wachsen, niedrige Temperaturen und beträchtliche Schwankungen der Umweltbedingungen.

Genutzt werden vor allem Rhizom und Wurzeln. Wer das unterirdische Pflanzenmaterial anschneidet, versteht auch den deutschen Namen: Es kann einen charakteristischen Duft entwickeln, der an Rosen erinnert. Auf dieses Aroma verweist auch das Artepitheton “rosea”.

Ausgerechnet eine Pflanze aus kalten Gebirgsregionen wurde damit zu einem der bekanntesten pflanzlichen Symbole für Widerstandskraft gegen Stress.

Wie Rosenwurz zum “Adaptogen” wurde

Rosenwurz wurde in verschiedenen Regionen Eurasiens traditionell genutzt. Historische Quellen dokumentieren Anwendungen unter anderem in Russland und Skandinavien. Auch verschiedene andere Rhodiola-Arten spielen in asiatischen Medizinsystemen eine Rolle. Die überlieferten Einsatzgebiete sind breit und lassen sich nicht immer sauber in heutige medizinische Kategorien übersetzen. Wiederkehrend ist jedoch die Verbindung mit Erschöpfung, Schwäche und körperlicher Belastung.

Rosenwurz ist dabei keineswegs eine erst kürzlich entdeckte “Superpflanze”. Die Droge taucht bereits in historischen europäischen Arzneibüchern auf.

Die moderne Karriere von Rhodiola rosea begann allerdings vor allem im 20. Jahrhundert in der Sowjetunion. Dort beschäftigte sich die Forschung intensiv mit sogenannten Adaptogenen.

Nahaufnahme von Rosenwurz (Rhodiola rosea) mit blaugrünen, fleischigen Blättern und leuchtend gelben Blütenständen.

Die Idee dahinter war ungewöhnlich: Gesucht wurden Substanzen, die die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegenüber unterschiedlichen Belastungen erhöhen könnten, ohne lediglich wie klassische Stimulanzien zu funktionieren. Neben Rosenwurz wurden beispielsweise Ginseng und Eleutherococcus untersucht.

Der Begriff hat diese Forschung längst überlebt. Heute begegnet “Adaptogen” auf Teepackungen, Extrakten, Kapseln und in sozialen Medien. Pharmakologisch ist die Kategorie jedoch weniger eindeutig, als die gemeinsame Bezeichnung vermuten lässt. Die Pflanzen enthalten vollkommen unterschiedliche Moleküle und ihre möglichen Wirkmechanismen lassen sich nicht auf ein einziges “Adaptogen-System” reduzieren.

Gerade deshalb lohnt sich bei Rosenwurz der Blick unter die Oberfläche.

Rosavin, Salidrosid und eine chemisch komplexe Wurzel

Aus Wurzeln und Rhizomen von Rhodiola rosea wurden zahlreiche verschiedene Verbindungen isoliert.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhalten zwei Gruppen: die sogenannten Rosavine mit Rosavin, Rosin und Rosarin sowie Salidrosid, das auch Rhodiolosid genannt wird. Hinzu kommen Tyrosol, Flavonoide, Phenolsäuren, Proanthocyanidine, Terpene und weitere Pflanzenstoffe.

Salidrosid gehört zu den am intensivsten erforschten Einzelverbindungen. Es ist allerdings nicht exklusiv für Rosenwurz und kommt auch in anderen Arten der Gattung vor. Die Rosavine sind deshalb für die Unterscheidung von Rhodiola rosea von verwandten Arten besonders interessant.

Das ist keine botanische Spitzfindigkeit.

Die Gattung Rhodiola umfasst zahlreiche Arten mit unterschiedlichen chemischen Profilen. Untersuchungen kommerzieller Produkte zeigten wiederholt erhebliche Unterschiede zwischen dem, was auf einer Verpackung steht, und dem, was sich analytisch darin finden lässt. In einer Untersuchung von rund 40 kommerziellen Produkten fehlte bei ungefähr einem Fünftel der als Rhodiola rosea angebotenen Produkte Rosavin vollständig. Bei vielen weiteren waren die gemessenen Rosavin-Gehalte auffällig niedrig.

Bei Rosenwurz beginnt die Frage nach der Wirkung deshalb bereits eine Stufe früher: Welche Pflanze und welcher Extrakt wurden überhaupt verwendet?

Das wird besonders wichtig, sobald man klinische Studien betrachtet. Ergebnisse eines chemisch definierten Extrakts lassen sich nicht automatisch auf jedes beliebige “Rhodiola”-Produkt übertragen.

Was Stress mit einer Wurzel zu tun hat

Genau an diesem Punkt wird die moderne Rosenwurzforschung spannend.

In Zellkulturen und Tiermodellen untersuchen Forschende, wie Salidrosid, Rosavin und komplexe Rosenwurzextrakte auf biologische Systeme reagieren, die an Stress und Ermüdung beteiligt sind. Im Blick stehen unter anderem die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, kurz HPA-Achse, Entzündungssignale, oxidativer Stress, zelluläre Stressantworten und die Funktion der Mitochondrien.

Schematische Darstellung der HPA-Achse mit Hypothalamus, Hypophyse und Nebenniere sowie ihrer Regulation durch Hippocampus, Amygdala und sensorische Kortexareale bei Stress.
Schematische Darstellung der HPA-Achse mit Hypothalamus, Hypophyse und Nebenniere sowie ihrer Regulation durch Hippocampus, Amygdala und sensorische Kortexareale bei Stress.

Mitochondrien sind vereinfacht gesagt die Strukturen unserer Zellen, in denen ein großer Teil der nutzbaren chemischen Energie bereitgestellt wird. Dass sie in der Forschung zu körperlicher und mentaler Ermüdung auftauchen, ist deshalb wenig überraschend.

Auch Signalwege wie PI3K/Akt und NF-κB sowie verschiedene Stressproteine werden untersucht. Salidrosid steht dabei besonders häufig im Mittelpunkt. Daneben gibt es Forschung zu möglichen Einflüssen auf monoaminerge Neurotransmittersysteme, also Signalwege, an denen unter anderem Serotonin, Dopamin und Noradrenalin beteiligt sind.

Daraus lässt sich allerdings kein simples Modell nach dem Motto “Rosenwurz erhöht Dopamin” ableiten. Ein Pflanzenextrakt besteht aus zahlreichen Molekülen, die aufgenommen, umgebaut und wieder ausgeschieden werden und dabei möglicherweise an unterschiedlichen biologischen Stellen wirken.

Die interessantere Forschungsfrage ist deshalb größer: Kann Rosenwurz beeinflussen, wie ein Organismus auf anhaltende Belastung reagiert?

Damit landet die moderne Pharmakologie erstaunlich nahe an jenem Thema, das die traditionelle Verwendung der Pflanze seit Langem begleitet: Erschöpfung.

Müdigkeit unter Stress: Was Humanstudien zeigen

Einige der bekanntesten klinischen Untersuchungen mit Rosenwurz beschäftigten sich mit Menschen in Situationen außergewöhnlicher mentaler Belastung.

In einer kleinen placebokontrollierten Untersuchung mit Ärzt*innen während Nachtdiensten verbesserten sich unter einem standardisierten Rosenwurzextrakt verschiedene Parameter der geistigen Leistungsfähigkeit. Eine weitere Studie untersuchte Studierende während einer stressreichen Prüfungsperiode und fand Veränderungen unter anderem bei mentaler Müdigkeit und bestimmten psychomotorischen Parametern.

Besonders interessant ist eine randomisierte, doppelblinde Studie mit 60 Menschen mit stressbedingter Erschöpfung. Über 28 Tage erhielt eine Gruppe den standardisierten Rosenwurzextrakt SHR-5, die andere Placebo. Die Ergebnisse zeigten Vorteile bei einigen Parametern von Erschöpfung und Aufmerksamkeit.

Damit wäre die Geschichte angenehm einfach.

Wissenschaft ist selten so ordentlich.

Eine spätere randomisierte Studie mit 48 Pflegestudierenden kam bei ihren primären Messgrößen zur Müdigkeit zu einem unerwarteten Ergebnis: Hier schnitt die Placebogruppe besser ab als die Rosenwurzgruppe.

Auch systematische Übersichtsarbeiten zeichnen deshalb kein einheitliches Bild. Mehrere kontrollierte Studien liefern interessante Signale für körperliche oder mentale Müdigkeit, gleichzeitig sind viele Untersuchungen klein, verwenden unterschiedliche Extrakte und Messmethoden oder weisen methodische Schwächen auf.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur kommt in ihrer 2024 aktualisierten Bewertung entsprechend zu einer nüchternen Einordnung. Rosenwurz kann in der EU auf Grundlage seiner langjährigen traditionellen Anwendung zur vorübergehenden Linderung von Stresssymptomen wie Müdigkeit und Schwäche eingesetzt werden. Für eine Einstufung als medizinisch “well-established use” reicht die klinische Evidenz derzeit nicht aus.

Das macht die Humanforschung nicht uninteressant. Im Gegenteil. Sie liefert einen Ausgangspunkt für die Frage, welche Menschen unter welchen Belastungen von welchen standardisierten Extrakten profitieren könnten und welche Inhaltsstoffe dafür entscheidend sind.

Und was ist mit Stimmung und Depression?

Die Forschung bleibt nicht bei Müdigkeit stehen.

In einer kleinen randomisierten Studie wurden 57 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Depression zwölf Wochen lang mit Rosenwurzextrakt, dem SSRI Sertralin oder Placebo behandelt.

Die Symptome verbesserten sich in allen drei Gruppen. Sertralin zeigte numerisch die stärkste Abnahme der Depressionswerte, Rosenwurz lag dazwischen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch jedoch nicht signifikant. Gleichzeitig wurden unter Rosenwurz weniger unerwünschte Ereignisse berichtet als unter Sertralin.

Aus einer solchen kleinen Studie lässt sich Rosenwurz nicht als pflanzliches Antidepressivum ableiten. Interessant ist vielmehr, warum die Pflanze überhaupt in diesem Forschungsfeld angekommen ist.

Stress, Erschöpfung, Motivation, Schlaf und Stimmung existieren biologisch schließlich nicht in voneinander abgeschotteten Schubladen. Genau an diesen Schnittstellen untersucht die moderne Forschung Rosenwurz heute.

Rosenwurz oder Ashwagandha?

Damit kommen wir zurück zum vermeintlichen Gegenpol.

Ashwagandha (Withania somnifera) wird heute besonders intensiv im Zusammenhang mit Stress, Angst und Schlaf erforscht. Bei Rosenwurz fällt dagegen der historische und klinische Schwerpunkt auf Müdigkeit, Belastbarkeit und mentale Leistungsfähigkeit unter Stress auf.

Daraus entstand die populäre Kurzformel: Ashwagandha beruhigt, Rosenwurz aktiviert.

Als Orientierung funktioniert das. Als Pharmakologie ist es zu einfach.

Beide Pflanzen werden im Zusammenhang mit der Stressreaktion des Organismus untersucht. Beide enthalten komplexe Gemische unterschiedlicher Pflanzenstoffe. Und keine von beiden lässt sich auf einen simplen Schalter für “Ruhe” oder “Energie” reduzieren.

Rosenwurz ist insbesondere kein pflanzliches Amphetamin. Die Forschung beschreibt keine mit klassischen Psychostimulanzien vergleichbare starke Stimulation. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Müdigkeit, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit unter Belastung.

Vielleicht erklärt gerade das einen Teil der Faszination. Viele Menschen suchen schließlich nicht nach immer mehr Energie. Sie suchen nach dem Gefühl, dass der eigene Akku unter Stress etwas langsamer leer wird.

Rosenwurz (Rhodiola rosea) mit gelben Blütenständen zwischen Felsen in einer kargen, nebelverhangenen Gebirgslandschaft.

Warum guter Rosenwurz nicht selbstverständlich ist

Wer sich mit Rosenwurz beschäftigt, stößt irgendwann auf ein Problem, das bei Pflanzenprodukten leicht unterschätzt wird: Ein Name auf einer Packung garantiert noch keine botanische Identität.

Bei Pflanzenmaterial sollte die Art deshalb eindeutig als Rhodiola rosea ausgewiesen sein. Bei Extrakten sind nachvollziehbare Angaben zu den verwendeten Pflanzenteilen und zu charakteristischen Inhaltsstoffen wie Rosavinen und Salidrosid sinnvoll. Analytische Qualitätskontrolle und eine transparente Herkunft sind bei dieser Pflanze besonders wertvoll.

Dazu kommt inzwischen eine ökologische Frage.

Für Rosenwurz werden gerade jene unterirdischen Pflanzenteile geerntet, die für das Weiterleben der Pflanze entscheidend sind. Eine intensive Wildsammlung kann Bestände daher stärker treffen als das Pflücken von Blättern oder Früchten. Mit der internationalen Nachfrage ist der Druck auf Wildbestände in einigen Regionen gestiegen.

Seit dem 23. Februar 2023 steht die gesamte Gattung Rhodiola in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES. Der internationale Handel mit entsprechend erfasstem Wildmaterial wird damit kontrolliert.

Kultivierter Rosenwurz und nachvollziehbar nachhaltig gewonnenes Pflanzenmaterial sind deshalb nicht nur Fragen der Produktqualität. Sie entscheiden auch mit darüber, wie eine wachsende Nachfrage mit dem Schutz natürlicher Bestände vereinbar bleibt.

Eine Pflanze für eine erschöpfte Zeit

Vielleicht erklärt unsere Gegenwart besser als jede Marketingkampagne, warum Rosenwurz wieder so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Stress soll verschwinden, die Leistung aber möglichst bleiben. Wir möchten entspannter sein und gleichzeitig konzentriert, produktiv und wach. Genau in diesen Widerspruch passt eine Pflanze, deren moderner Ruf nicht lautet “komm zur Ruhe”, sondern eher “halte Belastung besser aus”.

Ob Rosenwurz dieses Versprechen zuverlässig erfüllen kann, beantwortet die Forschung bislang nicht endgültig. Aber sie hat genügend interessante Spuren gefunden, um weiterzusuchen: bei Salidrosid und Rosavinen, bei zellulären Stresssystemen, bei der HPA-Achse, bei mentaler Ermüdung und bei der Frage, warum manche standardisierten Extrakte in Humanstudien Effekte zeigen und andere Untersuchungen nicht.

Das ist vielleicht die interessantere Geschichte als ein weiteres pflanzliches Wundermittel.

Eine sukkulente Gebirgspflanze, die nach Rosen duftende Rhizome bildet, seit Jahrhunderten genutzt wird, eine ungewöhnliche Mischung aus Pflanzenstoffen produziert und heute Stressforschung, Neurowissenschaft, Qualitätskontrolle und sogar internationalen Artenschutz beschäftigt, braucht keine übertriebenen Versprechen.

Rosenwurz erzählt eine Geschichte darüber, wie Pflanzen mit widrigen Bedingungen leben.

Und darüber, warum Menschen schon lange hoffen, etwas von dieser Widerstandskraft für sich nutzen zu können.

Rosenwurz (Rhodiola rosea) mit gelb-orangefarbenen Blütenständen in einer sonnigen alpinen Berglandschaft.

Sicherheit und Harm Reduction

Rosenwurz wurde in klinischen Untersuchungen insgesamt meist gut vertragen. Die Daten zur langfristigen Einnahme sind allerdings begrenzter als jene zur kurzfristigen Anwendung.

Besondere Vorsicht ist bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka sinnvoll. Für Kombinationen mit Antidepressiva existieren nur begrenzte Daten und einzelne Berichte über mögliche unerwünschte Wechselwirkungen. Wer SSRI oder andere zentral wirksame Medikamente einnimmt, sollte Rosenwurz daher nicht ohne medizinische Rücksprache kombinieren.

Für Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor. Auch für Kinder und Jugendliche ist die Anwendung in der europäischen Arzneipflanzenmonografie nicht vorgesehen.

Quellen

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https://cites.org/sites/default/files/notifications/E-Notif-2023-015_1.pdf