Yerba Mate (Ilex paraguariensis)

Steckbrief Mate

Namen: Mate-Tee, Parantee, Yerba-Mate,Erva Mate, Chimarrao, Caigua, Jesuiten Tee
Herkunft: Südamerika, Kultiviert vor allem in Paraguay, Argentinien und Brasilien.
Konsum und Dosierung: Die getrockneten Blätter werden mir Wasser aufgebrüht und als Tee getrunken. 2g getrocknete Blätter kommen auf ein Tasse Wasser. Die getrockneten Blätter können auch im Vaporizer konsumiert werden.
Inhaltsstoffe: Theobromin, Koffein, Chlorogensäure, Flavonoide, Saponine, Menisdaurin

Ein kleiner Einblick

Schon seit 5000 Jahren entdeckte das Volk der Kaingang den Yerba Mate Strauch und seine aufputschenden Blätter. Die Guarani (Indigenes Volk Südamerikas) perfektionierten dann den Matekonsum, indem sie die Blätter in einen Kürbis mit Wasser füllten und die Flüssigkeit durch Zuckerrohrröhren schlürften. Tatsächlich leitet sich das Wort Mate vom guaranischen Wort Caa-mate ab (Caa bedeutet Pflanze, Mate bezieht sich auf den Kürbis aus dem sie tranken).

Matetee im Kürbisgefäß


Unter den Vorspanischen Völkern wie den Inkas, Charruas, Araucanos und Pampas galt Mate als Tauschzahlungsmittel. Als die Spanier Südamerika kolonisierten, lernten sie von den Guarani den Gebrauch und die Vorteile von Mate, so dass er unter den Kolonisatoren bald große Popularität erlangte. Bald begann man, Yerba von seinem Ursprungsort in das gesamte unter spanischer Herrschaft stehende Gebiet zu bringen. Vor allem Jesuitische Missionare erkannten wirtschaftliches Potential in der Pflanze und untersuchten warum die Pflanze nur in diesen Regionen der Welt keimen wollten. Und sie kamen auch hinter das Geheimnis, ähnlich wie beim Katzenkaffe (Kopi Luwak) bedarf es auch bei Mate ein Tier, das die Samen zunächst verdaut. Und zwar den Tukan, der die Früchte mit Vorliebe verspeist. Die Jesuiten lösten dieses Problem auf ihre Weise und mischten die Samen unter das Hühnerfutter mischten und auf diese Weise die Samen keimfähig machten. Sie begannen mit dem systematischen Anbau der Mate-Pflanze und hatten bis zu ihrer Vertreibung im 18. Jahrhundert eine Art Handelsmonopol in ganz Lateinamerika etabliert.
In den ersten beiden Jahren muss die Pflanze im Schatten stehen, ehe sie knapp über dem Boden komplett abgeschnitten wird. So wird erreicht, dass der Strauch buschig wird und nach vier Jahren das erste Mal geerntet werden kann. Bei der ernte können bis zu 90% der Blätter entnommen werden.

Matestrauch

Zubereitung und Konsum

Die frischen Blätter werden kurz erhitzt damit sie ihre Farbe behalten und sich nicht schwarz verfärben.

Schwarz gefärbte Mateblätter

Jedoch wird es euch in Europa selbst kaum gelingen an frische Blätter zu gelangen. Gehandelt werden fertig getrocknete, zerkleinerte Blätter oder Pulver.
Als normale Dosis gelten 2g getrocknete Blätter. Diese werden mit kochendem Wasser übergossen für 5-10 Minuten ziehen gelassen. Der Tee kann ungesüßt getrunken oder mit Honig und Zitrone verfeinert werden.
Auch lassen sich aus den Teeaufgüssen herrliche Limonaden bereiten. Viele solche Limonaden sind auch im Handel erhältlich

Frischaufgebrühte Mateblätter

Eine andere Methode Mate zu konsumieren ist im Vaporizer. Bei einer Temperatur von 150°C verdampfen alle interessanten Inhaltsstoffe.

Verschiedenste Limonaden auf Basis von Matetee

Wirkung und Inhaltsstoffe

Mate hat eine äußerst aufputschende und stimulierende Wirkung, bei hohen Dosen wirkt er auch euphorisierend. Außerdem wirkt es appetithemmend und wird als Unterstützung zu Fastenkuren gereicht.
Der Tee gilt in den Herkunftsländern gilt Mate magenstärkend und hilfreich bei Rheuma. Ebenso kommt es bei Fieber zum Einsatz.

Die Blätter enthalten bis zu 1,6% Koffein, was auch der Hauptwirkstoff von Mate ist. Wie auch die Kolanuss enthält Mate zusätzlich zum Koffein auch Theobromin.

Außerdem enthalten sind Vitamin C und und ätherische Öle, sowie Flavonoide.
Sie werden als Venenmittel eingesetzt und aufgrund ihrer gefäßschützenden, ödemprotektiven Wirkung auch als Herz-Kreislaufmittel.

Grundstruktur der Flavonoide

Viel Freude mit dem aufputschenden Matetee!

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