Bufotenin (Krötengift)

Wer hat noch nicht vom Trend des Kröten schleckens gehört? Wird er doch nicht nur in Psychonautenkreisen sondern auch in der Popkultur oft abgebildet.

Homer im Bufoteninrausch.

Der Wirkstoff, der das Krötensekret tatsächlich psychoaktiv macht nennt sich Bufotenin.
Erstmals isoliert wurde er 1893, eben aus dem Sekret der gemeinen Erdkröte, deren lateinischer Name Bufo vulgaris auch den Namen des Moleküls erklärt.
Auch in verschiedenen Pilzen der Gattung Amanita (Fliegenpilz, Pantherpilz, Knollenblätterpilz) kommt der Stoff vor.
Strukturell ist Bufotenin sehr verwandt zu 5-MeO-DMT und Psylocibin.

Bufotenin

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts tauchen die ersten Versuche zur halluzigenen Wirkung von Bufotenin in der Literatur auf. Diese ersten Studien haben grauenerregenden Charachter, wurden sie doch, gegen deren Willen, an Gefängnisinsassen und Patienten psychatrischer Anstalten durchgeführt. In diesen Versuchen konnte keierlei psychoaktive Wirkung festgestellt werden, die Umstände waren jedoch auch mehr als suboptiamal für ein psychedelisches Erlebnis. So ist heute bekannt, dass Bufotenin aufgrund seiner Strukturverwandtschaft zu Psilocin (dem Abbauprodukt von Psilocybin) auch ähnlich wie selbiges wirkt. Allerdings treten häufiger Nebenwirkungen auf. Optische Halluzinationen wie Lichtblitzekönnen von Brechreiz, Schwindelgefühlen, Bluthochdruck und Verwirrungszuständen begleitet werden.

Nun wussten allerdings auch die Menschen in der Antike, und im alten China sowieso, von der berauschenden Wirkung der Krötensekrete. So wird an vielen Stellen berichtet, dass Kröten zur Herstellung von Liebestränken und anderen Hexengebräuen, verwendet wurden. In China ist der Gebrauch sehr gut belegt. Die chinesischen Kröten weisen außerdem einen höheren Bufoteningehalt auf. Präperate aus dem Krötensekret werden in ganz Asien als Aphrodisiaka geschätzt.

In Mesoamerika sind Kröten und Frösche fest in die Mythologie verwoben und als gelten als mächtige Regenmacher. Oftmals werden sie in sakraler Kunst dargestellt so zum Beispiel als die atztekische Erdgöttin Tlatecuhtli.

Tlatecuhtli die Atztekische Erdgöttin wird oft als Kröte identifiziert.

Viele archeologischen Funde deuten auf den rituellen Gebrauch der Kröte durch die frühen mesoamerikaischen Hochkulturen hin. So werden bis heute in manchen Indigenen-Stämmen, die enthäuteten Kröten gegessen und die schleimige Haut zu Kugeln gedreht. Diese werden als Aphrodisiakum verwendet.

In Australien wird die eingeschleppte Cane toad (Bufo marinus) zu halluzigenen Zwecken verwendet. Das sogenannte toad licking hat sich zu einer Art Trend entwickelt.

Toad licking

Dies ist allerings nicht ungefährlich, da neben Bufotenin auch Bufotoxine im Sekret enthalten sind. Darum rauchen viele das Sekret, denn die giftigen Stoffe werden dabei weitestgehend zerstört, während das sehr stabile Bufotenin erhalten bleibt. Die gelblich kristalline Masse die man aus dem Sekret oder auch der Haut gewinnen kann, wird mit verschiedensten Kräutern wie Damiana oder auch normalem Tabak vermischt. Auch im Vaporizer kann es konsumiert werden wobei hier bereits eine Dosis von 3-5mg recht stark ist.

Der Effekt tritt nach etwa 30 Sekunden nach dem Rauchen ein. Die Erfahrung dauert 15 bis 20 Minuten, löst das Zeitgefühl jedoch weitestgehend auf. Ähnliche Erfahrungen wie bei einem Pilztrip können auftreten, jedoch in einem wesentlich kürzeren Zeitraum.
Das Sekret kann nicht überdosiert werden, da die Anzahl der Tryptaminrezeptoren in unseren Zellen begrenzt ist und der Körper nach dem Auffüllen keine höhere Dosis aufehmen kann. Es gibt auch keine Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit dem Rauchen dieser Substanz.
Trotzdem sollte man in jedem Fall mit einer möglichtst geringen Dosis beginnen.

Wie man nun an dieses Sekret herankommt?
Seitdem Toad licking Phenomän in Australien wurde die Aga-Kröte auf jeden Fall zu einem beliebten Terrarien Haustier 😉
Zur Sekret Gewinnung wird das lebende Tier in Händen gehalten und dann sanft massiert. Das ausgeschiedene Sekret wird auf einer Platte (vorzugsweise Glas) gesammelt, getrocknet und kristallisiert. Der Kröte passiert dabei nichts. Nach dem „melken“ benötigt eine Kröte allerdings vier bis sechs Wochen, um eine neue Giftmenge zu produzieren und zu speichern.

Der Besitz und das Produzieren von Bufotenin ist allerdings strafbar!

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