DMT (N,N-Dimethyltryptamin)

Steckrief DMT

Namen: DMT, Spirit Molecule.
Herkunft: DMT kommt in zahlreichen Pflanzen und Lebewesen vor und im menschlichen Gehirn.
Zubereitung und Konsum: DMT wurde in Forschungen intravenös verarbreicht, kann jedoch auch unter Beigabe von MAO-Hemmern in Form von Ayahuasca (Sud aus mehreren Pflanzen) oder Changa (Rauchmischung) konsumiert werden.
Wirkung: Je nach Konsumform ist die Länge der Erfahrung sehr unterschiedlich, wir sprechen von 5-30 Minuten (beim Rauchen und intravenös) bis zu einigen Stunden (Ayahuasca). Es kommt zur völligen Wahrnehmungsveränderung.

Ein kleiner Einblick – Gestaltung

DMT ist einer der faszinierendsten Stoffe den die Natur zu bieten hat. Warum dieses bestimmte Tryptamin-Alkaloid, innerhalb der psychedelischen Community von Wissenschaftlern bis zu Otto Normal Psychonautinnen, alle in den Bann gezogen hat, wollen wir in diesem Text anreißen. Antworten auf alle Fragen gibt es noch nicht, doch gerade bei Halluzinogenen und mystischen Erfahrungen sind oft schon die neuen Fragen, die die Wissenschaft erarbeitet Material genug für wildeste Vorstellungen und Vermutungen über unsere Realität.

Die westliche, also unsere, Geschichte mit DMT beginnt in den 1930ern in einem Labor. Es war ein Britischer Chemiker, der den Stoff zum ersten Mal synthetisiert hat. Die psychedelische Wirkung wurde erst etwa 20 Jahre später vom Ungarischen Chemiker und Psychiater Stephen Szara entdeckt. Er wollte sich eigentlich mit LSD beschäftigen, doch man wollte ihm keines in das damals kommunistische Ungarn schicken. (1)

Durch seine Forschung in Ungarn und später in Amerika, zeichnete sich für ihn ein Zusammenhang zwischen Psychosen und DMT ab.
Die spannendste Tatsache an der ganzen Geschichte wurde dann in den 70ern vom Biochemiker Julius Axelrod entdeckt: DMT im menschlichen Gehirn. Und das ganz ohne Verabreichung, einfach so.

Das erweckte Rick Strassmans Interesse. Er vermutete eine starke körpereigene DMT Produktion bei intensiven menschlichen Erfahrungen. Diese Erfahrungen könnten die Geburt, Nahtoderfahrungen, Psychosen und den Tod beinhalten. In 1990 bekam der amerikanische Professor für Psychiatrie Erlaubnis, im Zuge einer Forschung DMT per Injektion zu verabreichen. Nein wir sprechen nicht über Ratten, Affen oder Hunde – er erhielt die Erlaubnis an freiwilligen Menschen zu forschen.

Während der fünfjährigen Projektdauer verabreichte er etwa 400 Injektionen DMT an 60 Freiwillige. (2)
Die Idee war, so viele Daten wie möglich zu erheben.
Danach musste aufgrund von internen und externen Problemen die Forschung eingestellt werden.

In seinem Buch „DMT: The Spirit Meolecule“ prägt er nicht nur einen Begriff, sondern eine Sichtweise. Nach all der Forschung und den unterschiedlichen Erfahrungen, die er alle miterlebt hat, ist das nicht erstaunlich. Die Erfahrungen waren spirituell, mystisch und tiefgreifend Emotional für die Freiwilligen. 2010 kam der gleichnamige Film heraus in dem die Probanden und Strassman alles detailliert wiedergeben.
Empfehlung des Hauses 😉 hier ein Link zum Film auf Youtube

Ob DMT tatsächlich bei allen intensiven menschlichen Erfahrungen in großen Mengen ausgeschüttet wird, weiß man heute noch nicht, genauso wenig was das bedeuten würde.

Während in unserer Kultur ein paar wenige Menschen auf legale Weise zu einem Trip auf DMT gekommen sind, spielt sich in Südamerika eine ganz andere Geschichte ab. Hier zählt das Wissen um die DMT-haltigen Pflanzen zu jahrhundertelanger Tradition.
Das menschliche Gehirn und das Labor sind nicht die einzigen Orte an denen DMT generiert wird.
Ein natürliche Quelle sind Yopo-Samen. Diese Samen werden schon seit über 4000 Jahren vom Menschen benutzt. Die ältesten archäologischen Funde weisen darauf hin, dass die Samen in Pfeifen geraucht wurden. Ausführlicher könnt ihr euch hier einlesen.
Zum verwechseln ähnlich sehen Vilca-Samen aus. Auch sie werden, genauso wie Yopo-Samen, traditionell von indigenen Stämmen zu Schnupfpulver verarbeitet. Das wird dann zu rituellen Zwecken, medizinisch oder zur Schärfung der Sinne während der Jagd verwendet.


Am bekanntesten als DMT-haltig ist wahrscheinlich Ayahuasca. Über diesen psychedelischen Pflanzensud könnte man ein ganzes Buch verfassen. Für diesen Artikel spannend sind die pflanzlichen Komponenten die dem Heiltrank ihre Magie verleihen. In unterschiedlichen Traditionen werden unterschiedliche Pflanzen verwendet. Meistens spielen jedoch Chacruna, Mimosa hostilis und Chaliponga eine große Rolle beim Brauen des Tranks, da sie nämlich DMT enthalten.

Hier stoßen wir auf einen großen Unterschied zum injizierten DMT. Bei oraler Einnahme würde man nämlich gar nichts von diesem Spirit Molecule mitbekommen. Direkt im Körper angekommen wird der Stoff von Monoaminoxidasen, also Enzymen zersetzt. Dieser Prozess findet so schnell statt, dass die gewünschten Stoffe nicht rasch genug ins Gehirn gelangen. Durch die Zugabe von MAO-Hemmern kann dieser Prozess für eine kurze Zeit ausgeschalten werden. Deshalb werden weitere Pflanzen, wie zum Beispiel die Ayahuasca-Liane zur Zubereitung von Ayahuasca benötigt. In dieser Liane befinden sich die Stoffe Harmalin und Harmin, die beide hemmend auf die Monoaminoxidasen wirken.

In den letzten Jahren hat sich eine Pflanzen-Chemikalien-Mischung verbreitet, die den Namen Changa trägt. Hier werden je nach Möglichkeiten und legalem Status der Pflanzen in westlichen Ländern, verschieden Pflanzen die wir aus Südamerika in Zusammenhang mit Ayahuasca kennen zusammengemischt und anschließend mit DMT versehen. Diese Mischung wird geraucht.
Ein weiterer etwas kurioserer DMT Erzeuger ist die Aga-Kröte. In Stresssituationen sondert sie ein DMT-haltiges Sekret aus, das geraucht werden kann. Auch sie kommt ursprünglich aus Südamerika.

Lange genug hat es gebraucht bis dieses einzigartige und unerklärliche Alkaloid seinen Weg zu uns gefunden hat. Fragen die sich dazu auftun können nicht nur durch Messungen im Gehirn geklärt werden. Doch die Beschäftigung mit dem Aufeinandertreffen von mystischen Erfahrungen, Psychedelika und deren Bedeutung für unsere Wahrnehmung und für die großen Fragen des Lebens, hat sich noch nicht als wissenschaftliche Disziplin durchgesetzt. Konfrontiert mit DMT kommen zwangsläufig immer mehr Fragen auf. Warum finden wir es in so vielen Organismen? Die oben genannten Pflanzen bezeichnen nur einen Bruchteil davon. Wohin bewegt sich die Wahrnehmung von Menschen unter dem Einfluss von DMT? Welche Rolle spielt die Zirbeldrüse im Gehirn und wann und wieso stößt sie DMT aus?

Chemisch betrachtet…

N,N-Dimethyltryptamin oder kurz DMT ist ein halluzinogens Tryptamin-Alkaloid. In kristalliner Form ist es weiß oder gelblich. Im Gehirn wirkt es auf auf den 5-HT1a- und den 5-HT2-Rezeptor. Sie sind für die Regulierung von Serotonin zuständig. https://de.wikipedia.org/wiki/Dimethyltryptamin)

Zubereitung, Dosierung und Wirkung

Es geht ans Eingemachte! Wie wirkt DMT? Was passiert während einem Trip? Das sind fragen auf die es tatsächlich Antworten gibt.
Zuerst sei gesagt, dass die Dauer eines Trips und die Erfahrung stark von der Dosis abhängig sind und wahrscheinlich genauso stark von… richtig geraten Set und Setting.

Wie sich jeder vorstellen kann ist die Beschreibung einer psychedelischen Erfahrung gar nicht so einfach und noch schwieriger gestaltet sich der Versuch eine generelle Aussage zu treffen, die auch noch für mehrere Erfahrungen gelten soll.
Was man so hört, wirkt DMT schnell und intensiv. Beim Rauchen verändert sich die Wahrnehmung wohl schon mit dem ersten Zug. Farben verändern sich grundlegend und aus vielen Tripberichten geht hervor, dass sich scheinbar unendliche Fraktale, sich bewegende Muster wie ein Gitter über die gewohnte Realität drüber legen. Sogar schon bei offenen Augen kann es zu starken Halluzinationen kommen. Bei geschlossenen Augen wird von anderen Dimensionen und Welten gesprochen, von Elfen, Aliens, Wiedergeburten und allem was dazwischen, davor und dahinter liegt. Ein DMT-Trip scheint ein einschneidendes, tiefgreifendes und bewegendes Erlebnis zu sein, unvergleichlich und unbeschreiblich.
Nichtsdestotrotz sollte es in erster Linie klar sein, dass wir mit einer illegalen Substanz zu tun haben. Vielleicht sind bestimmte Pflanzen nicht illegal, doch reines DMT definitiv.

DMT Kristalle: die Substanz kann in kristalliner Form geraucht und geschnupft werden. Die Wirkung setzt schon nach wenigen Sekunden ein und hält zwischen 5 und 30 Minuten an. Danach lässt die Wirkung sehr rasch nach.

Changa rauchen: mit den richtigen Pflanzen, kristallinem DMT und einer Pfeife oder einer Bong kann es schon losgehen. Die Wirkung tritt auch hier schon nach dem ersten Zug ein, hält etwa 5-30 Minuten an und lässt dann langsam nach.

DMT intravenös: die Wirkung tritt nach wenigen Sekunden ein, hält etwa 5-30 Minuten an und lässt dann langsam nach. Das ist die Konsumform, der man ohne Ausnahme nur im wissenschaftlichen Kontext nachgehen sollte. Spritzen, Chemikalien, Trip… ihr könnt euch vorstellen was da alles schief gehen kann. Bitte die Finger davon lassen!

Ayahuasca: nach 30 – 60 Minuten tritt die Wirkung ein und hält dann 1-8 Stunden an.
Bei Ayahuasca empfehlen wir mit einer erfahrenen Person zu arbeiten, oder sogar jemandem der oder die kulturell mit dem Gebrauch davon aufgewachsen ist. Der Drogentourismus in Südamerika ist durchwachsen, doch über Empfehlungen von Freunden von Freunden kommt man dort wahrscheinlich zu besten und sichersten Erfahrung.

  1. Wikipedia Eintrag zu Stephen Szara
  2. Rick Strassman Homepage

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