Sassafrass (Sassafras albidum)

Steckbrief

Namen: Sassafras, Fenchelholz, Nelkenzimtbaum, Sassafrax, Sommerloorbeer, Fieberbaum, Winauk, Saloop
Herkunft: Der Baum mit der würzigen Rinde stammt aus Nordamerika und ist dort weit verbreitet.
Zubereitung und Dosierung: Als Tee zubereitet hängt die Stärke der Wirkung von der Menge und der Dauer des Kochens ab.
Wirkung: Bei weniger Material und kürzerer Kochzeit wirkt Sassafras reinigend. Bei erhöhter Menge und Kochzeit euphorisch, Empathie steigernd und aphrodisierend.
Wirkstoff: der psychoaktive Hauptwirkstoff ist Safrol.

Ein kleiner Einblick…

Sassafras ist in Nordamerika zuhause und spielte eine große Rolle in der Kolonialisierung durch die Europäer. Als eine der ersten „Entdeckungen“ inspirierte es mit Sicherheit die weitere Ausbeutung der Neuen Welt. Im 17. Jahrhundert wurden unglaubliche Mengen an Sassafras nach Europa verschifft. Weil diese Schiffe heil in England ankamen wurde Sassafras schnell eine Schutzwirkung zugeschrieben, es wurde zum glücksbringenden Holz erklärt. Schnell sprach sich diese magische Wirkung herum und plötzlich wurde der neue Glücksbaum für die Produktion aller möglichen Güter verwendet. Es wurde im Schiffsbau eingesetzt um böse Geister fernzuhalten und Schiffsunglücken vorzubeugen.
Mehr als ein Jahrhundert lang genoss Sassafras dieses hohe Ansehen und wurde immer wieder zur Vertreibung von Krankheit und als Tonikum für ein langes Leben verwendet.

In Nordamerika wo die Ureinwohner es auch Winauk nannten, war Sassafras schon lange für seine vielseitige Nutzbarkeit bekannt. Traditionell wurden dort Kanus aus einem Baumstamm gefertigt. Doch den größten Nutzen fanden auch die indigenen Stämme in der medizinischen und psychoaktiven Wirkweise der Pflanze. Die Tscherokesen haben beispielsweise Kindern mit Würmern einen Tee aus der Wurzelrinde verabreicht. Bei offenen Wunden wurden gerne mit dem Tee getränkte Umschlage aufgelegt und auch schmerzende Augen wurden damit ausgespült. Die Chippewas haben Sassafras als Blutverdünner genutzt und den Dekokt der Wurzel als Heilmittel gegen Masern benutzt.
Bei den Houmas waren die Wurzeln als Mittel gegen Scharlach bekannt. Weiters wurden Insektenstiche damit behandelt, Appetit angeregt, Syphilis behandelt, Fieber gesenkt und Manneskraft damit verstärkt.
Sassafras hatte unter den indigenen Völkern scheinbar unendliche Verwendung als Heilmittel. Aber nicht nur der medizinische Aspekt machte die Pflanze so wertvoll, sondern auch die Verwendung zu schamanischen Praktiken war verbreitet.
Eine überlieferte Praktik mit Sassafras war die Entfernung eines Fluches. Sollte der Schatten eines Vogels über einer schwangeren Frau gekreist sein, so galt das ungeborene Kind im Bauch der Mutter als verflucht. Ein Dekokt aus mehreren Kräutern, unter anderem Sassafras, wurde zubereitet. Rituell durfte nur die Rinde der nach Osten ausgerichtetem Seite des Baumes verwendet werden. Das Neugeborene wurde 4 Tage und 4 Nächte lang in diesem Dekokt gebadet. Jedes rituelle Bad endete damit, dass der Schamane dieselbe Flüssigkeit aus seinem Mund prustete und damit das Kind ein weiters Mal duschte.

Wofür kann Sassafras noch verwendet werden? Die Wurzel kann zum natürliches Färben von Stoffen verwendet werden, wobei man entweder ein warmes braun oder pink erzielt. Die Blätter werden auch in der Küche der nordamerikanischen Südstaaten zum würzen von Gumbo, einem Eintopf, genutzt. Das Holz soll auch gegen Motten und Insektenplagen helfen. Weltbekannt ist auch das ursprünglich aus der Wurzel hergestellte Root Beer. Aufgrund der hohen Konzentration von Safrol, geriet der Softdrink bald in den Verruf krebserregend zu sein. Der psychoaktive Inhaltsstoff der in massiven Mengen Schäden in der Leber und den Nieren hervorrufen kann steht tatsächlich in Verdacht als Krebserreger zu wirken. Safrol ist in der EU nicht mehr als Lebensmittelzusatz zugelassen. Da vor allem Softdrinks von einigen Menschen wie Wasser getrunken werden, könnte die vorkommende Menge Safrol bei langzeitigem Konsum definitiv der Gesundheit schaden. Es soll jedoch auch Tests gegeben haben bei denen die Krebsrate unter Langzeitkonsumenten reduziert war. Auf jeden Fall muss betont werden, dass es vielleicht kein Zufall ist, dass ein Stoff der als Grundstoff für die MDMA und MDA Synthese gilt, verboten wird.
Zu möglichen Ängsten bezüglich der sicheren Verwendung von Sassafras ist zu sagen: die Dosis macht das Gift. Wer sich nicht sicher fühlt die Wurzelrinde täglich als reinigenden Tee zu trinken, könnte trotzdem Spaß am einmaligen Ausprobieren haben.

Wissenschaftlich beschrieben und aufgestellt wurde die Gattung Sassafras 1825 von Jan Svatopluk Presl.

Inhaltsstoffe

Die psychoaktive Hauptwirkstoff Safrol ist im gesamten Baum enthalten. Safrol gilt als aufputschend, euphorisch, aphrodisierend, Empathie-steigernd und stimmungsaufhellend. Es kann auch Wahrnehmungsverändernd wirken.
Gewinnt man das ätherische Öl der Wurzelrinde, so enthält es 80-90% Safrol und das eignet sich prima als Grundstoff für die MDMA Synthese. Auch die Wirkung von Sassafras als lang siedender Tee wird mit der von MDMA verglichen, wenn auch nicht in derselben Stärke. Safrol ist derselbe Wirkstoff der Muskatnuss psychoaktiv macht.
Neben Safrol ist im Sassafrasbaum ein weiterer psychoaktiver Stoff enthalten, nämlich Elemicin, dem eine halluzinogene Wirkung zugeschrieben wird. Zu den weiteren vielseitigen Inhaltsstoffen des nordamerikanischen Baumes zählen Kampfer, Asaron, Lignan, Pinen, Eugenol, Estrgol, Elemicin, Myristici, Apiol, Tanninen und Alkaloide wie Aporphin, Benzylisochinolinderivate, Boldin, Isoboldin, Norboldin, Cinnamolaurin, Norcinnamolaurin und Reticulin finden.

Botanische Beschreibung

Sassafras gehört der Familie der Lorbeergewächse an und ist eine eigene Gattung mit drei Arten. Zwei von ihnen gedeihen in China. Hier soll es um den im östlichen Nordamerika ansässigen Sassafrasbaum gehen. Besonders auffällig sind die Laubblätter, die alle sehr unterschiedlich geformt sind. Die Kleinsten sind oval, die Mittelgroßen haben eine Einbuchtung bzw. sind zweilappig und die Größten sind dreilappig, womit ihre Form entfernt an ein Feigenblatt erinnert. Die Lappen können abgerundet sein oder spitz zusammenlaufen. Die gelben Blüten haben einen grünen Stich und riechen der Farbgebung entsprechend süsslich und nach Limone.
Der Sassafrasbaum trägt auch kleine Steinfrüchte die bis zu 1 cm lang werden und sich blau-schwarz färben.

Zubereitung, Dosierung und Wirkung

Heißwasserauszug: eine Hand voll Wurzelrinde, ca. 0,5 Liter Wasser
Das Pflanzenmaterial in einem Kochtopf über Nacht in Wasser quellen lassen. Am nächsten Tag kann der Topf wie er ist auf den Herd gestellt werden. Den Inhalt 15-20 Minuten sieden lassen und im Anschluss die Flüssigkeit ohne der Wurzelrinde trinken. Mit dieser Zubereitungsart kann man einen reinigenden, ausgleichenden Effekt erzielen. Bei Langzeitgebrauch kann sich das Hautbild verbessern und eine positive Wirkung auf Arthritis, Gicht und Rheuma kann verzeichnet werden. Vor allem nach Erkrankungen hilft Sassafras bei der Regenerierung.

Intensiver Heisswasserauszug: 10 Gramm oder mehr, 1 Liter Wasser und Zitronensaft
Für eine intensivere Wirkung kann eine Menge ab 10 Gramm gemeinsam mit Wasser und Zitronensaft zum sieden gebracht werden. Um mehr Wirkung zu erzielen, empfiehlt es sich die Wurzelrinde 20-30 Minuten ganz leicht köcheln zu lassen. Die so gewonnene Flüssigkeit wird auch hier ohne dem Pflanzenmaterial getrunken. So zubereitet ist Sassafras dank seiner euphorischen und aphrodisierenden Wirkung perfekt für einen Abend zu zweit. Auch die gesteigerte Empathie kann einem solchen Unterfangen nicht schaden!

Rauchen: mit der Wurzelrinde einen Joint bauen, eventuell Tabak, Eibisch oder Damiana zum besseren Verbrennen mit reinmischen.
Der Rauch soll schon innerhalb der ersten 5 Minuten zu Wirken beginnen und sein Potential nach 20 Minuten ganz entfaltet haben. Die Wirkung kann bis zu 3 Stunden andauern.

Alkoholauszug: Sassafrass 2 Wochen oder länger in Alkohol einlegen.
Auf diese Weise zubereitet verstärkt sich vor allem die aphrodisierende Wirkung der Pflanze.

Während die Wirkung anhält kann es schwer fallen einzuschlafen. Achtung, Schwangere dürfen auf keinen Fall Sassafras konsumieren. Es wurde früher auch für Abtreibungen genutzt und kann somit zu Fehlgeburten führen. Nebenwirkungen bei sehr hoher Dosierung können Übelkeit, Erbrechen, Dehydrierung und Kreislaufprobleme sein. auch ein Kater in Form von depressiver Verstimmung ist möglich.

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