MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin)

Steckbrief MDMA

Namen: MDMA, Emma, Molly und gepresst auch Ecstasy oder XTC.
Herkunft: MDMA kommt direkt aus dem Labor!
Dosierung: 1,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht sind eine gute Dosis.
Wirkung: MDMA wirkt euphorisch, öffnet das Herz und macht empathisch.
Wirkstoff: MDMA

Ein kleiner Einblick…

Richtig erkannt, wir begeben uns in neue Gefilde. Nach so viel Ethnobotanik wünscht sich das psychonautische Herz dann doch ein wenig Chemie.

MDMA ist eine kristalline Substanz, die den Körper ganz weich und die Gefühle ganz tief macht.

Die Geschichte der Droge beginnt im Labor des Deutschen Pharmakonzerns E.Merck. Dort wurde MDMA vor mehr als hundert Jahren synthetisiert. Eigentlich war man auf der Suche nach einem blutstillenden Mittel, am Weg dahin entstand ein Zwischenprodukt, das damals den Namen Methylsafrylamin erhielt. In den folgenden Jahrzehnten wurde nicht wirklich intensiv geforscht, am Menschen wurde sowieso nicht getestet. Einen besonders spannenden Test führte ein Chemiker desselben Pharmakonzerns durch, sein Ergebnis „Nach 30 Minuten 6 Fliegen tot“. Ok, auch interessant.


Nach diesen rasanten 30 Jahren der Forschung, stand 1937 der Begriff MDMA, aber sonst nicht viel. Bis dann ein amerikanischer Chemiker in den 60ern den Tip einer Studentin bekam, dass diese Substanz wohl psychoaktive Wirkung hat. Alexander Shulgin synthetisierte MDMA 1975. Er testete die Substanz erst an sich selbst, später an seiner Frau und als beide von der Wirkung überzeugt waren, wurde eine Gruppe von 8 Freunden herangezogen. So ging Shulgin bei über 300 synthetisierten psychoaktiven Verbindungen vor.


Im Zuge seiner Forschungsarbeit begab er sich mehr als 4000 Mal in einen psychedelischen Zustand. Mit der Annahme, dass die meisten Male in etwa einen Tag lang dauern, könnte man sagen Shulgin verbrachte etwa 12 Jahre mit Trippen. Viele der Erfahrungen und auch Angaben zur Synthese und zum Konsum hielt er in vier Büchern fest. Für seinen Weg mit MDMA ist „PhIkal – A Chemical Love Story“ am spannendsten. Er und seine Frau Ann Shulgin beschreiben darin ihre gemeinsame Geschichte, die Erfahrungen mit den Substanzen in der Gruppe und andere Erkenntnisse. Ann Shulgin arbeitete auch in therapeutischem Kontext mit MDMA, solange es noch legal in Amerika war. Auch 2C-B, das Shulgin entdeckte, verwendete sie mit ihren PatientInnen.

So richtig bekannt wurde Alexander Shulgin, als er 1978 mit einem Pharmakologen eine psychopharmakologische Studie zu MDMA veröffentlichte.

Nicht nur Ann Shulgin, sondern viele Psychotherapeuten, nutzten MDMA mit ihren KlientInnen. Die Droge erlangte einen immer größeren Bekanntheitsgrad. Menschen begannen MDMA in ihrer Freizeit in Bars zu konsumieren, die LGBTQ Szene in New York machte sich mit der Substanz vertraut und schließlich landete MDMA auf allen Raves. Was hätte auch anderes passieren können, wenn viele Menschen glücklich mit einer Droge sind? Genau, die amerikanische Drug Enforcement Administration wurde auf den kristallinen Spaß aufmerksam und verbot ihn 1985. Die WHO zog ein Jahr später nach.


Doch Raver wären keine Raver, wenn sie nicht trotzdem froh weiter konsumieren würden. Die Technoszene und breite Ravekultur wurde immer größer, bis sie in den 1990ern extrem populär und extrem verdrugged war. Das muss man erst mal nicht werten. Zu dieser Zeit wurde MDMA meistens nicht in reiner Form gekauft, sondern in Form von Pillen – XTC. Theoretisch sollte da MDMA drin sein. Oft freut sich ein Raver darüber, dass da auch andere Substanzen drin sind. Doch so richtig problematisch wird die Geschichte, wenn anstatt von MDMA andere, möglicherweise unangenehme bis gefährliche Substanzen in die Pille gepresst werden.

Schulgin selbst äußerte sich kritisch zu diesem Usus in der Szene, da diverse Nebenwirkungen oder Unfälle mit MDMA assoziiert wurden (obwohl es vielleicht nichtmal MDMA war), was schließlich den Ruf der Droge nicht verbesserte.

Durch die Forschung von MAPS Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies, konnte die therapeutische Anwendung von MDMA seit 2017 wieder durchgesetzt werden. Jedoch unter strengen Auflagen und unter der Prämisse, dass die Anwendung der Substanz als weitaus effektivere Hilfe für den Patienten oder die Patientin angenommen wird, als herkömmliche Therapieformen.

Besonders bei posttraumatischer Belastungsstörung und Angststörungen soll MDMA hilfreich sein.
Zum einen erhöht der Zustand auf MDMA die Nähe zwischen PatientIn und TherapeutIn, was es für viele betroffene oft einfacher macht sich zu öffnen und trotz traumatischer Erinnerungen entspannt zu bleiben.

Alexander Shulgin trat öffentlich vermehrt für das Recht ein, das Bewusstsein auf jede Mögliche Art zu erforschen, frei von staatlicher Regulierung. Seine Idee für MDMA war von Beginn an, die therapeutische Nutzung.

„It’s toward the developing of tools for use in the functioning of the mind, the mechanism of the mind. A lot of these materials are themselves, or are related to, materials that could be used in humans for determining the mysteries of how the mind works. They’re research tools. That is the ultimate value that I hope to see realised.“

Wirkstoff

MDMA wirkt im Zentralnervensystem. Es sorgt dafür, dass Serotonin und Noradrenalin ausgeschüttet werden und auch auch etwas Dopamin. Die bekannteste Wirkweise von Serotonin ist die positive Auswirkung auf die Stimmung. Wenn es körpereigen produziert wird fühlen wir uns gelassener und freudig. Unter Einfluss von MDMA fühlt es sich euphorisch an.
Nordrenalin entfaltet eine Wirkung wie Adrenalin, was uns als starker Energieschub bekannt ist. Und zuletzt Dopamin, das auf das innere Belohnungssystem wirkt und auch als Glückshormon bezeichnet wird.

Dosierung, Wirkung und Nebenwirkungen

Alle die noch nicht in Kontakt mit MDMA gekommen sind, werden sich langsam fragen wie und in welcher Form man es konsumiert und wie es sich genau anfühlt. Gute Laune alleine, macht auch ein Strauß Blumen.

Zuerst müssen sich Psychonautinnen erst überlegen ob sie MDMA in kristalliner Form oder in Pillenform konsumieren wollen und wie sie die Substanz dosieren wollen. Als oberer Grenzwert für eine Dosis werden auf vielen Safer Drug Use Homepages 1,5 mg pro kg Körpergewicht angegeben. Das sind bei einer Person mit 60 kg 90 mg MDMA. Wenn das die Obergrenze ist, sind manche Teile aber ganz schön deftig dosiert. XTC Teile haben deshalb oft Bruchrillen und wollen geteilt werden. Zusammen high ist sowieso immer besser. Sollte man sich nicht sicher sein wieviel MDMA in einer Pille ist, kann man auf besagten Homepages Informationen über momentan kursierende Teile nachlesen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass alle Tätigkeiten rund um diese Droge gegen das Gesetz verstoßen. Wie bei vielen interessanten psychoaktiven Substanzen hat der Staat das letzte Wort. Nicht, dass das Psychonauten je aufgehalten hätte, ist es trotzdem immer wichtig zu wissen in welche Situation man sich mit dem Erwerb, Konsum und Besitz einer bestimmten Substanz begebt.

Auch extrem wichtig, vor jeglichem Konsum jeglicher Droge, ist eine genaue Recherche über alle möglichen Wirkungen und Nebenwirkungen. Vor allem Substanzen wie MDMA können diverse Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auslösen und sind für manche PsychonautInnen gefährlicher als für andere. Deshalb ist es das Beste sich seines und ihres eigenen Körpers bewusst zu sein und gegebenenfalls auf den Konsum zu verzichten.

Wer sich für ein Teil entschieden hat schluckt es und wer sich für MDMA Kristalle entschieden hat kann es auch schlucken oder für eine besonders schmerzvolle Erfahrungen durch die Nase ziehen (das geht dann alles schneller und intensiver los und auch vorbei).
Wie wirkt MDMA? Nach etwa 30-60 Minuten werden die Gelenke weich und es geht langsam los. Schmetterlinge im Bauch, Kribbeln auf der Haut und ein dicker Grinser im Gesicht sind die stärksten Symptome. Ein Gefühl von Empathie für das Gegenüber stellt sich ein, oft mit dem Drang sich mitzuteilen, zu berühren, einander nah zu sein. Von kuscheln über tanzen, singen, reden und sonstigen kreativen Betätigungen macht alles Spaß und ist alles intensiver und lustiger und atemberaubend schöner als sonst. Bei so guter Laune ist es auch einfach ein paar kleine Nebenwirkungen zu übersehen oder sie sogar schön zu finden. Meistens schwitzt man ganz viel, das Herz kann beunruhigend schnell schlagen, der Kiefer zittert und der Blick lässt sich schwer fokussieren, genauso wie die Gedanken.
Es ist ganz wichtig hydriert zu bleiben und dem Körper bei starkem Hitzegefühl eine Tanzpause zu geben, sonst kommt es zu Überhitzung. Während sich Berührung sehr gut anfühlt, kommt es zu Orgasmus- und Erektionsstörungen.

Wie immer gilt die ausgelutschte und doch goldene Regen „Set und Setting“. Wie positiv eine Erfahrung ausfällt hängt immer damit zusammen, wie die Ausgangslage beschaffen ist. Wie ist die Stimmung, wie sieht der Ort aus und mit welchen Leuten bin ich zusammen?

Wer sich für den Konsum entschieden hat, gut auf sich selbst Acht gegeben hat und eine schöne Zeit hatte, wird höchst wahrscheinlich nicht drum rum kommen ganz schön verkatert zu sein. 
So ein Comedown selbst kann sich ermüdend, depressiv und körperlich bitterkalt anfühlen. Doch auch heir gilt Set und Setting, was sich tatsächlich auf den Kater auswirkt. 
Aufgrund des verschütteten Serotonins sollte MDMA höchstens alle 4-6 Wochen konsumiert werden. Wer diesen Abstand missachtet läuft Gefahr immer schwierigere Kater zu bekommen. Was mit leichter Müdigkeit ein bis zwei Tage nach dem Konsum beginnt, kann relativ schnell ausarten. Es kann dann zu Müdigkeit und Depression führen, was es umso attraktiver macht zu konsumieren und einen schnell in eine psychische Abhängigkeit reitet. Abgesehen davon besteht jedoch keine Gefahr abhängig zu werden.

Lasset Vorsicht walten ihr guten Freunde der gründlichen Bewusstseinserkundung!

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