Yohimbe (Pausinystalia johimbe)

Steckbrief Yohimbe

Namen: Yohimbe, Liebesbaum, Potenzbaum, Johimbe, Yohimbéhé
Herkunft: Der Liebesbaum ist in Zentral- und Westafrika zuhause.
Zubereitung und Dosierung: Mit einem Teelöffel ist man ausreichend beraten. Das Material wird etwa 20 Minuten lang leicht gekocht.
Wirkung: Yohimbe ist ein starkes Aphrodisiakum!
Wirkstoff: Der Hauptwirkstoff ist Yohimbin.

Ein kleiner Einblick…

Okay ihr Lieben, es wird sexy!
Wir Psychonauten und Psychonautinnen lieben die Erforschung der Wahrnehmung und der Sinne, deshalb freuen wir uns besonders heute einen afrikanischen Baum zu erforschen, dessen Rinde so tiefrot ist wie die sinnlichen Abenteuer, die wir damit erleben können.

In unseren Breiten wurde Yohimbe in letzter Zeit immer bekannter, durch die vielen Nahrungsergänzungsmittel die zum Trainieren empfohlen werden. Die Präparate sollen nicht nur dabei helfen die körperliche Ausdauer zu stärken, sondern auch die Fettverbrennung fördern. 
Sicherlich trifft das auf Yohimbe zu, dennoch ist höchste Vorsicht bei Energypillen geboten. Es handelt sich meistens um extrem potente Extrakte, die viel zu oft negative Erfahrungen mit sich bringen. Falsch dosiert bekommen KonsumentInnen einen Kreislaufkollaps.

Doch was hat es mit der körperlichen Ausdauer auf sich, fragen wir uns. Der Hauptwirkstoff der Baumrinde Yohimbin, erhöht die motorische Aktivität und fördert die Durchblutung in den Extremitäten. (1)
Die Extremitäten, genau gemeint sind damit die Arme, die Beine und männliche Geschlechtsorgane. Vor allem die Durchblutung letzterer macht Yohimbe zum perfekten Aphrodisiakum. Im globalem Westen wird Yohimbin schon länger als Potenzmittel für Männer mit Erektionsstörungen eingesetzt. Doch die Wirkung auf das Zentralnervensystem macht die Pflanze auch für Frauen interessant. Berührungen werden intensiver wahrgenommen und man ist berauscht. Also ist Yohimbe auch abseits einer Erektionsstörung, prädestiniert für einen intimen Abend.

Die Nutzung im rituellen Kontext liegt nah. Durch die intensivierte Wahrnehmung und die ausgeprägteren Sinne, könnte man sich Yohimbe als gute Begleitung zu einem magischen Ritual vorstellen. Richard Alan Miller schlägt in seinem Buch „The Magical and Ritual use of Aphrodisiacs“ die Verwendung bei einer heidnischen Hochzeit vor. (2)
Wahrscheinlich wird das Ritual durch den Konsum von Yohimberinde intensiviert und die körperliche Erfahrung setzt sich tiefer in der Erinnerung fest.

Miller kam die Idee zur heidnischen Hochzeit wahrscheinlich nicht einfach so zugeflogen. Er hat sich für diese kleine Abhandlung zu Yohimbe auch mit der ursprünglichen Verwendung der Rinde auseinandergesetzt – und schon sind wir in Afrika.

Der Yohimbebaum, oder auch Liebesbaum, wächst im tropischen Zentralafrika, in Kamerun, Gabun, Nigeria und im Kongogebiet. (1)
Yohimbe wird dort von verschiedenen indigenen Völkern als Potenzmittel und für Initiationen eingesetzt.

Die Massai, die in Ostafrika leben, verwenden die Rinde und Wurzelstücke gemeinsam mit dem Milchsaft von Pfeilspitzenschöngift und Buschmanns Schöngift, aus denen übrigens tatsächlich Pfeilgift zur Jagd hergestellt wird. Da für die Massai Rinder zentral für ihre Kultur sind werden die Holzstücke und der Milchsaft gemeinsam mit Rinderblut aufgekocht. (3;4)
Direkt nach dem Verzehr kommt es wohl oft zu Verkrampfungen, Angstzuständen, Gewalt und manchmal auch zum Tod. Nicht ungewöhnlich wahrscheinlich für eine Initiation, da es bei solchen Ritualen oft um das Durchstehen einer Herausforderung geht, nach der die initiierte Person eine neue Lebensphase beginnt.

Miller spricht in seinem Buch von den Bantu, die Yohimbe auch für die Eheschließung verwenden sollen. Die Zeremonien sollen bis zu 15 Tage andauern und oft ähnliche Formen wie Orgien annehmen. Bantu ist jedoch ein Sammelbegriff für über 400 verschiedene Ethnien, was es für uns schwierig macht nachzuvollziehen wie die Pflanze genau eingesetzt wird, beziehungsweise was genau bei diesen Zeremonien passiert. (2;5)

Ausnahmsweise, neben allen möglichen verbotenen Substanzen, können wir uns darüber freuen, dass Yohimbe völlig legal zu erwerben ist. Sowohl in Form der Rinde, als auch als Nahrungsergänzungsmittel. Eine schöne Abwechslung!

Inhaltsstoffe

Zur Verwendung kommt die Rinde des Liebesbaumes, dazu werden sowohl Äste als auch der Stamm herangezogen. Darin befinden sich diverse Alkaloide, hauptsächlich und am zutunlichsten für die Wirkung: Yohimbin. Es wirkt auf das Zentralnervensystem und führt zu einer erhöhten Durchblutung. Für die Verwendung als Aphrodisiakum ist natürlich die Durchblutung der Geschlechtsorgane am wichtigsten. Dadurch, dass das Blut in den Venen im Penis vom Abfluss gehindert wird, ergibt sich eine positive Wirkung auf Erektionsstörungen.
Im Gehirn wird Noradrenalin freigesetzt, was zu einem hibbeligen Gefühl führen kann. Man ist wach, präsent und im richtigen Setting entwickelt man enorme Lust. Auch Versagensängste fallen weg. (1)

Botanische Beschreibung

Der Yohimbebaum kann bis zu 30 Meter hoch werden und trägt eine immergrüne recht breite Baumkrone mit ledrigen Laubblättern. Auch Blüten trägt der schöne Baum, sie färben sich von weiß über gelb bis rötlich und violett. Anschließend entstehen braune, Kapselfrüchte. Wenn sich diese öffnen sind die etwa 1 cm langen geflügelten Samen zu sehen.

Zubereitung, Dosierung, Wirkung

Bevor uns an die Zubereitung machen, müssen wir darauf hinweisen, dass Yohimbin als leichter MAO-Hemmer wirkt. Das bedeutet, dass das Enzym Monoaminoxidase, welches für den Abbau von bestimmten Stoffen notwendig ist, für einen gewissen Zeitraum gehemmt wird. Wissen wir über diesen Vorgang Bescheid, so können wir gewisse Vorkehrungen treffen, damit alles gut geht. Für die Wirkdauer und vorsichtiger Weise auch schon ein paar Stunden davor, können wir auf Fleisch, Milchprodukte, eingelegtes Gemüse und vor allem auf weitere psychoaktive Substanzen verzichten. Am Besten die verantwortungsbewussten PsychonautInnen lesen sich noch genau in die Materie ein. Da Yohimbe nur ein leichter MAO-Hemmer ist, sind gewisse Malheurs was die Ernährung währenddessen betrifft, oft nicht so schlimm.
Auch Koffein ist dazu nicht empfehlenswert, da man sowieso sehr wach ist.

Nun zum spannenden Teil. Yohimbe wird als Sud konsumiert. Die Wirkung entfaltet sich etwa eine halbe Stunde bis eine Stunde nach Konsum und hält zwei bis vier Stunden an. Wer nicht durchmachen will, sollte das in Betracht ziehen.
Angenehme Wärmeschauer breiten sich im Körper aus und es fällt einem leicht in Berührungen reinzukippen und völlig im Moment zu sein. Also werden sowohl Körper als auch Geist von der Erfahrung eingenommen.
Bei der Dosierung sollte man allerdings wirklich aufpassen. Ganz schnell kann es zu erhöhtem Blutdruck, Herzrasen, Übelkeit, Schwindel, Zittern und… Dauererektion kommen. Das sollte aber mit unserer vorgeschlagenen Dosis nicht passieren.

Sud: 1 Teelöffel Yohimberinde pro Person
Um einen potenten Tee herzustellen reicht wirklich 1 Teelöffel pro Person. Das Pflanzenmaterial kommt in einen Topf mit Wasser. Die Wassermenge ist nicht ausschlaggebend, etwa 1/4 Liter ist gut. Nun bringt man das ganze zum Sieden. Auf leichter Flamme dürfen die dunkelroten Rindestückchen etwa 15 bis 30 Minuten baden, bis das Wasser sich rotbräunlich gefärbt hat. Anschließend können die Stückchen herausgeholt werden und der sexy Drink geschlürft werden 🙂

ENJOY!

  1. Wikipedia Eintrag zu Yohimbe
  2. „The Magical and Ritual use of Aphrodisiacs“ Richard Alan Miller S. 98 ff.
  3. Wikipedia Eintrag zu Massai
  4. Wikipediaeintrag zu Acokanthera (Pfeilspitzenschöngift und Buschmanns Schöngift)
  5. Wikipedia Eintrag zu Bantu

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