Kath – Catha edulis

Steckbrief

Namen: Kath, Kat, Quatt, Qaad, Ghat, chat, Abessinischer Tee, Somali Tee, Jimaa, Kafta, Gat und viele mehr.
Herkunft: Khat ist heute sicher am stärksten im Jemen verbreitet. Ist jedoch generell im arabischen Raum und am afrikanischen Horn zuhause.
Zubereitung und Dosierung: Einige Blätter werden zerkaut und können im Mund behalten werden.
Wirkung: Khat wirkt stark euphorisch und macht gesellig.
Wirkstoff: Viele Alkaloide wirken auf das Zentralnervensystem.

Ein kleiner Einblick

Kath könnte wohl als das arabische Pendant zum Kokastrauch bezeichnet werden. Die Pflanze wird im arabischen Raum und am Horn von Afrika seit ewigen Zeiten von Menschen konsumiert. Während der Kath früher vermehrt als Katalysator für mystische Erfahrungen verwendet wurde, ist es heute eine gesellige Alltagsdroge und eine starke Einnahmequelle für arabische Bauern und Bäuerinnen.

Am meisten werden die Blätter des Strauches heute wohl im Jemen konsumiert. Und das in einem Ausmaß, dass eben nicht nur Bauern Geld bringt, sondern zum finanziellen Problem für ärmere Familien wurde. Die Angewohnheit in der Mittagszeit zusammenzukommen und frische Kath-Blätter zu kauen ist teuer und kostet viele Menschen einen Großteil ihres Einkommens. So ging 2007 der damalige Präsident Jemens mit gutem Beispiel voran und kündigte seine Abstinenz von den Blättern an.

Khat wird meist gekaut. Dafür füllt man den Mund mit den frischen Blättern und kaut langsam darauf herum. Dabei werden die Wirktstoffe frei gesetzt und geschluckt. Nach und nach wird aus dem Pflanzenmaterial ein Ball, den KonsumentInnen in ihrer Backe behalten. Gekaut wird hauptsächlich in Gruppen. Es gibt nur sehr wenige Leute die Khat alleine zu sich nehmen.
Die gemeinsame Zeit in der Khat genommen wird soll meist sehr heiter beginnen, es wird viel diskutiert und man fühlt sich gesellig. Nach und nach werden die Teilnehmer (meist sind es dann doch Männer) angespannter und gereizter. Am Ende der Zusammenkunft herrscht oft eine gedrückte Stimmung.

Khat wird nicht nur im Freizeit-Kontext konsumiert, sondern auch aus Aufputschmittel. Meist für Nachtschichten oder um produktiver und schneller zu werden. Anscheinend wird die Pflanze auch manchmal von StudentInnen vor Prüfungen gekaut.

Neben der finanziellen Belastung für das jemenitische Volk, stellt Kath in gleicher Weise ein gesundheitliches Risiko mit starker Tradition und eine extreme Belastung für den Wasserverbrauch dar. Fast die Hälfte des Wasserbrauchs geht im Jemen auf den Anbau von Kath zurück.
Mittlerweile sind es vor allem die Bäuerinnen, die sich gegen den traditionellen Anbau der Kath-Pflanze durchsetzen. Oft ist die Angst, dass sich durch die geringeren Erträge andere Nahrungsmittel nicht lohnen würden, weshalb noch sehr viele Lebensmittel importiert werden müssen. Es wurde jedoch gezeigt, dass der starke Wasserbrauch am Ende trotz der hohen Einnahmen durch Kath finanziell nicht vergleichbar ist mit normalem Gemüse oder Obst. Weiters durch die Weltgesundheits-Organisation motiviert, hören langsam aber doch einige weitere Farmen damit auf Kath anzubauen.

Ganz früher, im alten Ägypten wurde Kath als heilig angesehen und sollte dabei KonsumentInnen helfen mystische Erfahrungen zu machen oder sogar zu göttlichen Wesen zu werden.
Auch bei den Sufis wurde Khat dazu verwendet um die spirituellen Erfahrungen zu intensivieren und so einen stärkeren Sinn für die Vereinigung mit Gott zu bekommen.

Die älteste Aufzeichnung der Pflanze finden wir in einer pharmakologischen und medizinischen Schrift eines persischen Wissenschaftlers aus dem 11. Jahrhundert. Schon im Mittelalter tauchten diverse Bedenken bezüglich der Droge auf. Es gab immer wieder Gegner die ihre Zweifel islamrechtlich begründeten. So kam es immer wieder zum Verbot von Anbau und Konsum.

Und auch während der Kolonialzeit gab es einige Versuche der Kolonialmächte den Kath-Konsum in Zaum zu halten.

Später in den 190ern, während des süd-jemenitischen Befreiungskrieges gegen die Briten, spielte Kath eine besondere Rolle, da die Einnahmen daraus Aufstände finanzierten. Aus diesem Grund bombardierten die Briten Kath-Plantagen.

Und auch heute bleibt der Kath-Anbau ein vielschichtiges Politikum. Die Einnahmen die durch den Verkauf der Blätter entstehen sollen diverse Milizen finanzieren. Auch Kindersoldaten im Jemen bekommen das Aufputschmittel verabreicht.

Inhaltsstoffe

Kath beinhaltet mehr als 40 Alkaloide, Glykoside, Tannine, Aminosäuren, Vitamine und Mineralien. Die Zusammensetzung dieser Stoffe wird durch das Klima beeinflusst, in dem die jeweilige Pflanze wächst.

Botanische Beschreibung

Kath wächst meist in Form eines Strauches (5-6 Meter), es kann aber auch zu einem über 20 Meter hohen Baum heranwachsen. Die grünen Laublätter sind fest, ledrig und kahl. Sie sind vornehin zugespitzt und werden 5-10 cm lang und etwa 5 cm breit. Der Kath-Strauch trägt Blütenstände mit weiß bis hellgelben Blüten und später Kapselfrüchte mit bis zu 3 geflügelten Samen.

Zubereitung, Dosierung, Wirkung

An die Blätter die zum Konsum geerntet wurden, kommt man klarer Weise recht schwierig heran. Natürlich wird fleißig geschmuggelt, doch das sollte nicht unser Ziel Nummer 1 sein. Der Konsum der Blätter ist in den meisten europäischen Ländern verboten. Einfacher wird es schon die Samen zu bestellen. Aber das ist dann ganz klar ein Liebhaber Projekt. Die Pflanzen benötigen viel Sonne und viel Wasser. Sollten die Kath-Liebhaber unter den PsyhonautInnen soweit kommen und letzten Endes eine Pflanze in guter Größe in der Hand zu haben, kann schon mal über den Konsum nachgedacht werden…

Die Wirkung wird als Amphetamin-ähnlich beschrieben. Es stellt sich relativ bald ein euphorisches Gefühl ein und man möchte sich mitteilen. Von langfristigem Konsum ist abzuraten, da sich andauernde Angespanntheit, Verdauungsprobleme, Depression und ein verstärktes Risiko für Herzinfarkte einschleichen können. Es wird zwar nicht von einer physischen, jedoch schon von einer psychischen Abhängigkeit gesprochen.

Kauen: einen Mund voller frischer Blätter
Ein Blatt nach dem anderen in den Mund stecken und langsam und gemächlich daran kauen. Immer wieder ein wenig hinunterschlucken. Es sollte ein Brei aus Blättern entstehen, der zu einem Ball geformt in der Backe verweilen kann. Von hier aus können immer noch Wirkstoffe freigesetzt und konsumiert werden. Die zerkauten Blätter können auch geschluckt oder ausgespuckt werden.

  1. Wikipedia Eintrag Khat
  2. Wikipedia Eintrag Khat Englisch

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