Wild Dagga (Leonotis leonurus)

Steckbrief

Namen: Wild Dagga, Afrikanisches Löwenohr, Löwenschwanz, Wildes Marihuana, Wilder Hanf, Rooi Dagga, Klipdagga
Herkunft: Südafrika
Zubereitung und Dosierung: Die flauschigen Blüten können mit heißem Wasser aufgegossen werden (1-2 Teelöffel pro Tasse) und verdampft oder geraucht werden.
Wirkung: Entspannend, euphorisch, lustig.
Wirkstoff: Leonurin (Alkaloid) und Marrubiin (Bitterstoff)

Ein kleiner Einblick…

Seinen Ursprung hat Wild Dagga in Afrika. Das sogenannte Löwenohr ist vor allem im Süden weit verbreitet und findet dort schon länger als wir uns vorstellen können Verwendung. Doch bevor wir uns seine rituelle und medizinische Verwendung genauer ansehen, wollen wir noch kurz den Namen erörtern.
Zu aller Erst müssen wir uns mit den Khoisan bekannt machen. Khoisan ist ein Sammelbegriff für zwei ethnische Gruppen, die bei der Ankunft der ersten Europäer in Afrika den Süden besiedelten. Sie wurden von den Europäern, aufgrund ökonomischer Aspekte, in die Khoikhoi oder Hottentotten (Viehzucht) und die San oder Buschmänner (Jäger und Sammler) unterteilt.

Das Wort „Dagga“ kommt vom alten Wort „Dacha“ was bei den Khoikhoi – ein Wort für allerlei Pflanzen war, die beim Konsum eine psychoaktive Wirkung hervorriefen. Im 17. Jahrhundert wurde das Wort mit mindestens 10 verschiedenen Schreib- und Ausspracheweisen aufgezeichnet. Unter anderen: Daggha, Dacha, Dacka, Dagha, Tagga, Dachka und Daga. Heutzutage steht das alleinstehende Wort „Dagga“ in Afrika für Cannabis. Während der Stigmatisierung und Kriminalisierung von Cannabis wurde sich auf die Aussprache „Dagga“ geeinigt, wahrscheinlich um einen emotionalen Effekt in das Wort einzubauen – denn auf Afrikaans ist „Ga!“ ein Ausdruck für Ekel. Legen wir den Hanf wieder auf die Seite und konzentrieren wir uns wieder auf seinen kleinen Bruder den Wild Dagga.

Bei den Khoikhoi fand Wild Dagga ein breites Anwendungsfeld. Medizinisch wurde er gegen Hämorrhoiden, Juckreiz, Kopfschmerzen, Verstopfung, Schlafstörung, Ängste, Menstruationsbeschwerden, Krämpfe, Fieber, Asthma, Rheuma, Gicht, Durchfall, Bluthochdruck und vieles mehr eingesetzt. Bei Schlangen- und Spinnanbissen fand das Löwenohr sowohl medizinisch als auch rituell Verwendung. Amulette mit der Pflanze sollten die unerwünschten Wesen fern halten.

Im Gegensatz zu den magisch verbannten Schlagen und Spinnen, zieht der Wild Dagga die schönsten Vögel und Schmetterlinge mit seinem Nektar an und nährt sie.

Inhaltsstoffe

Das Afrikanische Löwenohr hält überwiegend Bitterstoffe, Cumarine, Diterpene und Harze in seinen Blättern und Blüten bereit. Einer der medizinisch interessanten Bitterstoffe ist Marrubiin. Es hat eine schützende Wirkung auf die Magenschleimhaut und kann dabei Helfen Entzündungen und Schmerzen vorzubeugen beziehungsweise zu lindern. Weiters hilft es auch bei Übelkeit und bei Magenschmerzen.
Für weitere heilsame Wirkung des Wilden Hanfs, sorgt Leonurin. Es ist ein Alkaloid mit besonders positiver Wirkung auf nervöse Herzbeschwerden und auf die Gebärmutter.
Cumarine sind uns aus Zimt bekannt, hier ist also „Vorsicht“ bei der Dosierung geboten. Zuviel davon kann zu Übelkeit, Kopfweh und Schwindelgefühl führen. Es sollte jedoch recht schwer sein zu viel zu erwischen.
Welcher Inhaltsstoff oder welche Inhaltsstoffe für die psychoaktive Wirkung der Pflanze verantwortlich ist, konnte bisher noch nicht festgestellt werden.

Leonurin

Botanische Beschreibung

Wild Dagga ist ein wundervoller Strauch, der bis zu zwei Meter hoch werden kann und gerne auch in die Breite wächst. Er stammt aus der Familie der Minzen und wird so zu den Lippenblütlern gezählt. Der immergrüne Strauch tragt von Frühling bis Herbst seine flauschigen, orangenen, länglichen Blüten

Zubereitung, Dosierung und Wirkung

Um in den Genuss der Wirkung des Afrikanischen Löwenohrs zu kommen, kann eigentlich die ganze Pflanze benutzt werden. Die Blüten sehen natürlich am hübschesten aus, Wirkstoffe finden sich aber gleichermaßen auch in den Stängeln und den Blättern. Neben den Blüten ist nur die restliche Pflanze recht bitter.

Tee: 1-2 Teelöffel der getrockneten Blüten mit heißem, aber nicht kochenden Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Die Wirkung vom Löwenohr kann als euphorisch und aufheiternd beschrieben werden und hat definitiv Ähnlichkeiten zu Cannabis, wenn auch wesentlich schwächer.

Rauchen: Mit den Blüten einen Joint füllen und zum gleichmäßigeren Verbrennen mit Tabak oder andere Kräutern mischen.
Auch hier entfaltet sich die Wirkung auf angenehm heitere Weise. Es empfiehlt sich ein bisschen zu experimentieren und Wild Dagga mit anderen Kräutern zu mischen. Vor allem in gemischt mit Cannabis, wird dessen Wirkung verstärkt wahrgenommen. Natürlich kann auch Wild Dagga verdpamft werden.

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