Marihuanilla (Leonurus sibiricus)

Steckbrief

Namen: Sibirisches Herzgespann, Marihuanilla, Kleiner Hanf, Sibirischer Löwenschwanz, Sibirisches Mutterkraut
Herkunft: Von Sibirien über die Mongolei bis China und Vietnam ist dieser Weltenbummler zuhause. Anscheinend ist das Kraut nicht aufzuhalten, denn auch in Mexiko gedeiht es.
Wirkung: Neben der Verwendung als Heilpflanze sorgt das Sibirische Herzgespann für eine entspannende und gleichzeitig euphorisierende Wirkung.
Wirkstoffe: Die Alkaloide Leonurin, Leonuridin, L-Stachydrin und die Diterpene Leosibiricin und Leosiberin sind enthalten.

Ein kleiner Einblick…

Das Sibirische Herzgespann ist Teil der Familie der Lippenblütler und wie uns der Name schon verrät, unter anderem in Sibirien zuhause. Von Sibirien über die Mongolei bis China wächst die schöne Pflanze gern auf sandigem und steinigem Boden. Auch Korea, Japan und Vietnam können die Pflanze zu ihrer Vegetation zählen. Unter dem Namen Marihuanilla ist es auch bekannt. Klingt das nicht spanisch? Ja, das Sibirische Herzgespann ist auch in Küstenregionen Brasiliens und in Mexiko verbreitet.

Die älteste Erwähnung vom Sibirischen Herzgespann ist im altchinesischen „Buch der Lieder“ zu finden. Der Legende nach wählte Konfuzius hierfür Gedichte aus. Es behandelt eine Vielzahl an Volksliedern, Hymnen, Festen, Traditionen und Ritualen. Das Buch entstand zwischen dem 10. und 7. Jahrhundert vor Christus.

Marihuanilla ist der Traditionellen Chinesischen Medizin also schon lange bekannt. Damit einher geht die medizinische Verwendung des Krauts. Hauptsächlich wird es zur Schmerzlinderung angewendet. Frauen mit Menstruationsschmerzen und Männer mit Potenzstörungen können damit behandelt werden. Weiters wird es auch als harntreibendes Mittel, bei Nierensteinen, Ekzemen, Abszessen, zur Geburtshilfe und bei Halsentzündungen eingesetzt.

Am anderen Ende der Welt, in Mexiko trägt unser Kraut den Namen Marihuanilla. Übersetzt bedeutet das „Kleiner Hanf“. Vielerorts wird die Wirkung auch mit der von Hanf verglichen, wenn auch nicht in derselben Intensität . Das macht den kleinen Hanf zu einem guten Substitut.

In Mexiko wird es auch in der Frauenmedizin eingesetzt. Äußerlich kann eine auf Alkohol basierte Tinktur bei Rheuma und Arthritis helfen. Auch Schwellungen und andere Verletzungen können damit eingerieben werden.

Auch abseits der traditionellen Medizin sind die schmerzlindernde, entkrampfende, harntreibende, entgiftende und blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen. Pilzinfektionen können behandelt werden und in ersten Studien wird eine mögliche positive Auswirkung auf Brustkrebs diskutiert.

Während einer Schwangerschaft sollten die PsychonautInnen unter uns besten Falls auf die meisten Abenteuer verzichten, doch besonders auf das Sibirische Herzgespann, denn es kann Kontraktionen im Uterus hervorrufen.

Nun zur psychoaktiven Wirkung! Der kleine Hanf ist auf jeden Fall gute Gesellschaft für einen entspannten Abend mit FreundInnen. Während der „große Bruder“ oft wie ein Stein auf den Kopf seine Wirkung entfaltet, ist das das Sibirische Herzgespann wesentlich sanfter und bringt auch euphorische Gefühle hervor. Bei sehr hohen Dosen können sich auch leichte Wahrnehmungsveränderungen einstellen.

Inhaltsstoffe

Wie bei Wild Dagga enthält das Sibirische Herzgespann Leonurin, ein Alkaloid mit positiver Wirkung auf nervöse Herzbeschwerden und auf die Gebärmutter. Weitere Alkaloide sind Leonuridin und L-Stachydrin. Weiters sind die Diterpene Leosibiricin und Leosiberin enthalten.

Leonurin

Botanisch

Das sibirische Herzgespann ist ein wunderschönes, bis zu 80 cm hohes Kraut. Kantige, dicke, borstig behaarte Stängel tragen Blätter mit drei Blattlappen. Die Blätter sind schlank und länglich und können mit dem Stiel gemeinsam bis zu 7 cm lang werden. Zwischen und Juli und September erscheinen die rosa, pink und violett gefärbten Blüten. Sie wachsen am oberen Ende des Stiels in mehreren Stufen.

Zubereitung, Dosierung und Wirkung

Es können Stiele, Blätter und Blüten verwendet werden. Die Intensität der Wirkung kommt natürlich auf die Dosis an und wie sensibel man Veränderungen der Wahrnehmung empfindet.

Auf jeden Fall ist mit einem angenehmen Körpegefühl zu rechnen und Entspannung und Euphorie setzen ein.

Tee: 5-10 Gramm getrocknetes Kraut

Wie gewohnt einfach das getrocknete Pflanzenmaterial mit heißem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Auf diese Weise zubereitet ist es einfach auch höhere Dosen auszutesten. Beim Rauchen könnte das mitunter sehr lange dauern 😉
Um die Wirkung zu intensivieren bietet sich Wild Dagga zum Mischen an.

Rauchen: 1-2 Gramm getrocknetes Pflanzenmaterial

Einfach in ein langes Blättchen eindrehen und anzünden. Hierfür sind die Blätter und Blüten leichter zu verwenden, da die Stängel relativ groß und hart sind. Ein guter Mixer ist unser Freund und Helfer! Der Rauch schmeckt wohl nicht besonders und kann auch kratzen. Doch wann hat uns das schon aufgehalten.

  1. Wikipedia Eintrag zum Sibirischen Herzgespann

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