Vilca (Anadenanthera colubrina)

Steckbrief Vilca

Namen: Vilca, Aimpa, Algarobo, Angico, Cabium, Cebil, Katzenkralle,
Herkunft: südlicher Andenraum und anschließende Gebiete in Argentinien, Peru, Bolivien, Paraguay
Dosierung und Konsum: Pulver der getrockneten Samen werden geschnupft oder in Mischung mit Tabak geraucht. Dabei0,5-1g einer starken visionären Dosis. Die gekochten Samen werden auch mit Honig gegessen.
Wirkung: Starke Halluzinationen und Visionen die 20 minuten anhalten und oft nur schwarz weiß erscheinen.
Inhaltsstoffe: Tryptamine, Bufotenin, DMT

Ein kleiner Einblick

Der Vilcabaum wird bis zu 18 Meter hoch und hat eine schwärzliche stachelige Rinde. Die Samen befinden sich in ledrigen braunen Fruchtschoten. Und um diese Samen geht es hier auch vorwiegend. Diese wurden nämlich bereits vor 4500 Jahren in Nordwestargentinien geraucht. Reste der Samen konnten in gefundenen Pfeifen nachgewiesen werden. Der Gebrauch der zermahlenen Samen als Schnupfpulver hingegen wird erst um 1580 von Christobal Albornoz erwähnt. Auch als Zusatz von Maisbier und Wein wurde es beschrieben.

Glänzende Vilca Samen


In jedem Fall müssen die Samen in der vorspanischen Zeit vor allem in Peru von höchster ritueller Bedeutung gewesen sein. So wurden auch die peruanischen Priester villca oder vilca camayo genannt und ein heiliger Berg hieß Villca Coto.
Das Schnupfen des Samenpulvers ist auch für mehrere indigene Stämme belegt. So für die Quechua, Piro, Yabuti, Atacama, Comechingon, Diaguita, Allentiac und die Guarani.
Bei den Wichi in Nordwestargentinien wird das hataj genannte Schnupfpulver noch heute benutzt. Auch das Rauchen von Vilca-Zigaretten ist dort üblich. Die gerösteten Samen werden mit Tabakblättern vermischt und so auch in der Pfeife geraucht. Nachdem einige Wichi zum Christentum konvertierten wurde der Vilca Buam mit dem biblischen Baum der Erkentnis identifiziert.

Nordwestargentinien ist damit der Ort mit der längsten ununterbrochenen Tradition des rituellen Gebrauchs einer psychoaktiven Substanz (Rätsch 2004).

Wirkung

Die Wirkung der Vilca Samen tritt vor allem beim Schnupfen sehr schnell ein und hält etwa 20 Minuten an. Starke Halluzinationen, die oft nur schwarz-weiß erlebt werden, stellen sich ein. Diese sind nicht geometrisch sondern „fließend und dezentralisiert“.
Werden die Samen geraucht stellt sich für eine halbe Stunde eine starke halluzigene Wirkung ein, die dananach innerhalb von 2 Stunden langsam abklingt.
Zu Beginn wird eine körperliche Schwere empfunden und nach etwa 5 bis 10 Minuten können bei geschlossenen Augen die ersten visuellen Halluzinationen erlebt werden.
Es wird empfohlen neben dem Schnupfen oder Rauchen der Samen kleine Dosen Kokain zu konsumieren oder Koka Blätter zu kauen. Dadurch bleiben die Nebenwirkungen aus und die Visionen werden klarer.

Zubereitung und Dosierung

Die reifen Samen werden nach der Ernte getrocknet und leicht angeröstet. Anschließend werden sie fein vermahlen. Ungefähr ab einer Dosis von 150 mg fängt das Pulver an wirksam zu sein.

Vermahlene Vilca Samen

Ein Samen entspricht in etwa einem Gramm Pulver, was eine sher starke visionäre Dosis bedeutet.
Werden die Samen geraucht reicht es sie grob zu zerstoßen. Man kann sie mit Tabak vermischt als Zigaretten oder auch in der Pfeife rauchen. Hier gilt für eine Person etwa 2 Samen mit Tabak vermischt als starke Dosis.
Das Pulver kann auch oral konsumiert werden allerdings sind dann MAO-Hemmer von Nöten um die Wirkung zu spüren.

Inhaltsstoffe

Der klare Hauptwirkstoffist das Tryptamin Bufotenin. Bufo kommt von der Kröte, denn dieses Molekül ist ein Hauptbestanteil des Hautsekräts verschiedener Kröten wie zB. der Aga Kröte.

Bufotenin

Strukturell ähnelt es sehr dem Psilocybin, dem Wirkstoff der Zauberpilze. Es wirkt vor allem auf unseren Serotonin Rezeptor.

In kleinen Mengen ist ebenfalls das „spirit Molecule“ DMT enthalten. Allerdings sind diese zu gering um ernsthafte Wirkung zu spüren. Die Wirkung des Bufotenins überwiegt klar.

Viel Freude beim Erkunden von Vilca!

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