Mulungu (Erythrina subspecies)

Steckbrief Mulungu

Namen: Mulungu, Erythrina mulungu, Erithrina vespertilio, Erithrina standleyana, Erithrina glauca, Erithrina falcata, Pisonay, amasia, gachia, Korallenbaum, blauer Korallenbaum, Mandara,
Herkunft: Tropoische Zonen in Afrika und Südamerika.
Zubereitung und Dosierung: Die Rinde des Baumes kann zu einem Tee verarbeitet werden (3-6g entsprechen einer Wirksamen Dosis). Die Samen des Korallenbaums können gekaut werden oder in kaltem Wasser eingelegt. Die Wurzelrinde lässt sich auch rauchen/vaporizen wobei hier niedriger dosiert werden sollte (1-2g). Fein vermahlene Rinde kann auch mit Wasser vermischt getrunken werden.
Inhaltsstoffe: Zahlreiche Alkaloide, die wichtigsten: Erysotrin, Erysodin, Cytisin, Erythravin, Erysopin, außerdem: Carboxylsäuren, Alkohol, Terpene, Flavonoide

Ein kleiner Einblick

Etwa einhundert Arten umfasst die Gattung der Korallenbäume, deren Ausbreitungsgebiet sich über die gesamten tropischen Gebiete unserer Welt erstecken. Sogar in Australien gibt vereinzelt Arten. Die Samen, die oftmals zu schmuckhaften Ketten verarbeitet werden, enthalten Cytisine und curareverwandte Alkaloide, sind also allgemein giftig. Darum werden sie beispielsweise von indigenen Amazonasvölkern zu Fischgiften verarbeitet. Auch als Insektizide kommen die verarbeiteten Samen zum Einsatz.
Tinkturen aus den Blättern und der Rinde kommen seit langem in der traditionellen Medizin der indigenen Bevölkerung Brasiliens als Beruhigungsmittel zum Einsatz. Die Tinktur wirkt außerdem antiseptisch und kann gegen Epilepsie eingesetzt werden.
In der westlichen Medizin noch relativ unbekannt wird Mulungu vereinzelt in den USA zur Trauma und Schockbehandlung angewandt.

Die „Korallenbäume“ Brasiliens ragen über 10m hoch


Die Alkaloide der Baumrinde sind von großem Interesse für die westliche Medizin, so sind die Inhaltsstoffe der verschiedenen Erythrina Spezies recht gut erforscht. Ein hoher Gehalt an verschiedenen Flavonoiden und Alkaloiden lässt sich in der Baumrinde nachweisen.
Diese wirken auf unseren GABA Rezeptoren und ähneln der Wirkung von Opiaten oder Benzodiazepin.

Unsere „moderne“ schnelllebigen Gesellschaft voller Konkurrenz und Leistungsdruck hat ihre ganz eigenen Krankheitsbilder geschaffen. Burnout, Angststörungen, Schlafstörungen sind keine Seltenheit mehr.
Hier kann uns Mulungu helfen, denn neben seinem generellen angenehm beruhigenden Effekt, wirkt es auch angstlösend und als natürliches Schlafmittel.
Ebenfalls ein interessanter, erst kürzlich entdeckter Einsatzbereich für Mulungu ist die Suchtbekämpfung. In einer 2013 durchgeführten Studie konnte gezeigt werden, dass es das Verlangen nach Nikotin bei Süchtigen reduziert.

Zubereitung und Konsum

Um einen Effekt durch das Rauchen der Baumrinde zu erzielen, muss eine unangenehm hohe Menge konsumiert (1-2g) werden.
Braut euch also am besten einen Tee daraus . Auf einen Viertelliter Wasser kommen 2 Teelöffel der getrockneten Baumrinde. 20 Minuten zugedeckt köcheln lassen, abseihen, dann ist er genussbereit. Er schmeckt etwas nach Anis allerdings nicht unangenehm.
Da die Rinde sehr gut verträglich ist, kann sie auch feiner vermahlen (z.B. mit einer Kaffeemühle) und mit Wasser vermischt eingenommen werden. Hier ist die Wirkung jedoch stärker als beim Tee, daher bei der Dosierung aufpassen! Hier reicht 1 gestrichener Teelöffel aus.
Tastet euch auf jeden Fall langsam ran, denn Überdosierungen haben paradoxerweise einen recht Gegenteiligen Effekt: Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Unwohlsein und Benommenheit.

feine Mulungu Rinde

Wirkung und Wirkstoffe

Die Wirkung von Mulungu tritt etwa eine halbe Stunde nach der Einnahme ein. Gedanken treten in den Hintergrund und das Denken entspannt sich. Stress fällt ab und das „Rattern“ des Kopfes stellt sich ein.
So kann das Einschlafen erleichtert, aber auch Angst- oder Stressattacken behandelt werden.
Auch das abendliche Verlangen nach einer Zigarette (oder nach dem Tabak in gewissen Rauchmischungen 😉 ) kann mit ein wenig Mulungu reduziert werden.

All diese Wirkungen beruhen vorwiegend auf den verschiedenen Alkaloiden die in der Rinde enthalten sind. Die wichtigsten sind 11-Hydroxy-Erysotrin, Erythravin und 11-Hydroxy-Erythravin.

Erysotrin

Erysotrin und 11-Hydroxy-Erysotrin stabilisiern den Gamma-Amino-Buttersäure-Haushalts (GABA) im Gehirn worauf die beruhigende, opiatähnliche Wirkung beruht.

Erythravin


Erythravin und 11-Hydroxy-Erythravin treten als potente Antagonisten für den Nikotin Rezeptor auf und sind so der Grund für das gesenkte Verlangen zu rauchen.

Lasst euch den Tee gut schmecken!

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