Kolanuss (Cola nitida)

Steckbrief Kolanuss

Name: Kolanuss, Samen des Kolabaum, Cola acuminta, Cola nitida, Abate Kola, Abe, Afata,Ajauro
Aloko, etc
Herkunft: Tropische Regenwald West- und Zentralafrikas.
Zubereitung und Konsum: Die von der Samenschale befreiten Nüsse werden getrocknet, Extrakte daraus hergestellt oder auch frisch gekaut.
Wirkung: Stimulierend und aphrodisierend, Wachmachend, Tonisierend, Konzentrationsfördernd.
Wirkstoffe: Koffein, Theobromin, Polyphenole wie Leucoanthocy

Ein kleiner Einblick

Die frischen Kolanüsse

Wie so viele spannende und psychoaktive Substanzen ist auch die Frucht des Kolabaums fein in die Mythologie seines Herkunftslandes verwoben. So war die aphrodisierende Nuss, ursprünglich eine Götterspeise, den Menschen vorerst verwehrt. Erst als ein Stückchen auf der Erde vergessen wurde wuchsen dort die ersten Bäume und wurden von den Menschen entdeckt.

Ihre stimulierende und aphrodisierende Kraft wurde in der Magie in Form von Zaubermitteln und Amuletten genutzt. Es entwickelte sich über die Zeit zu einer sozialintegrativen Substanz. So wird es Gästen als Ehrbietung und Zeichen der Achtung gereicht, Liebenden dient es als aphrodisierendes Geschenk und geschäftliche Deals und Verträge werden durch den Austausch und den gemeinsamen Konsum besiegelt. Die Kolanuss nimmt, vor allem in Westafrika, also ein ähnliche Rolle ein wie im Westen der Alkohol. Auch den Ahnen werden die Nüsse als Opfergabe dargeboten und bei religiösen oder wichtigen gesellschaftlichen Ereignissen werden die Nüsse gemeinsam konsumiert. Auch als Zahlungsmittel wurden sie von einigen afrikanischen Stämmen verwendet.
Auf unserem Kontinent wurde die aufputschende Nuss erst im 16. Jahrhundert bekannt und um 1680 entstanden die ersten Plantagen in Indien und Extrakte aus den Nüssen wurden gehandelt. Aus solch einem Extrakt, versetzt mit Coca-Blättern (aus denen auch Kokain gewonnen wird), entstand dann auch die erste Cola, damals noch ein stark psychotropes Getränk.

Cola mit Kokain gefällig?


Ursprünglich heimisch im tropischen Regenwald, ist der bis zu 20 Meter hohe Baum mittlerweile auch in Südamerika und Südostasien verbreitet. Botanisch zählt man sie zu den Stinkbaumgewächsen und wie das tropische Gewächse, die keinen Jahreszeitenwechsel kennen, so an sich haben sind sie immergrün und tragen das ganze Jahr über Früchte. Von den zahlreichen verschiedenen Gattungen des Kolabaumes werden heute in den Tropen hauptsächlich Cola Nitida (der große Kolabaum) und Cola Acuminata (der kleine Kolabaum). Die Cola Nitida wird vor allem getrocknet und für den Export verwendet, die Cola Acuminata wird von den Einheimischen frisch gekaut.

Zubereitung und Dosierung:
Die Samen der Früchte werden von ihrer Schale befreit und der feine weiße Samenmantel entfernt. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen:
Durch einlegen in Wasser quillt der Samenmantel auf und kann abgezogen werden (Will man die Nüsse frisch kauen ist das the way to go). Werden die Nüsse einfach in der Sonne getrocknet, zersetzt sich der Samenmantel zunehmend und muss anschließend nur abgewaschen werden.
Die Kolanüsse schmecken bitter & aromatisch erdig und sind äußerst hart. Darauf herum zu kauen ist nicht jedermanns Sache. Außerdem sind sie frisch nicht gut lagerfähig, weshalb sie meist getrocknet und zu Pulver vermahlen werden. Wer auf herb und bitter steht bereitet sich aus dem Pulver einen Tee. 2-4g sind hier eine normale Dosis.
Wer sein Kolanuss-Pulver zusätzlich noch in einen Kaffee einrührt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er starke Unruhe verspürt, im schlimmsten Fall anfängt zu zittern oder mit erhöhtem Blutdruck reagiert.  Gewöhnungsbedürftig aber ebenso wirksam ist es das Pulver in Fruchtsaft, Milchshakes, Kakao, etc zu mischen.

Aufputsch Shake

Wirkung und Wirkstoffe:
Literaturangaben zufolge enthalten Kolanüsse je nach Sorte bis zu 3,5 % Koffein & bis 0,05%-1% Theobromin . Im unterschied zum Kaffee, der vor dem Konsum geröstet wird und dadurch sehr viel verfügbareres Koffein enthält, bleibt das Koffein der Kolanüsse in seiner natürlichen Bindung an verschiedene Gerbstoffen erhalten. Dadurch wird das Koffein langsamer verstoffwechselt und wirkt schwächer dafür konstant und lang anhaltend.
Die Kolanuss ist allgemein belebend, stimulierend, stimmungsaufhellend & kommunikationsfördernd.

Also ob als Cola, Milchshake, Kakao oder auch frisch und pur gekaut, die Kolanuss stellt ein natürliches Stimulanz dar, das die Konzentration fördert, wach hält und übermäßigen Appetit zügelt. Genießt die putschende Wirkung doch überteibt es bitte nicht! Eine Überdosis Koffein kann sehr sehr unangenehm werden :/

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