Parikabaum (Virola subspezies)

Steckbrief Parikabaum

Namen: Parikabaum, Virola subspezies, Camaticaro, Cedrillo, Cozobiba, Cuajo,Rapa, Yakohana, Epena
Herkunft: Amazonien, tropische Zonen Zentralamerikas
Zubereitung und Dosierung: Das Harz der Rinde wird getrocknet und das Pulver geschnupft. Ein leicht gehäufter Teelöffel mit Pflanzenasche vermischt entspricht einer schamanischen Dosis.
Wirkstoff: N,N-DMT, 5-MeO-DMT, Carboline,
Wirkung: Schlafähnlicher Trancezustand der von Träumen und Halluzinationen begleitet wird.

Ein kleiner Einblick

Der Gebrauch verschiedener Virola Arten als schamanistisches, rituelles Schnupfpulver wurde erst in den 50er Jahren entdeckt. Richard Evans Schulte entdeckte diese Verwendung und schrieb 1954 eine Abhandlung darüber. Bereits hundert Jahre zuvor sammelte der Botaniker Spruce botanisches Material verschiedener Virola Arten und untersuchte diese, ohne jedoch die psychoaktive Wirkung der Rinde zu entdecken.
Vor allem in Brasilien, Kolumbien, Peru und Venezuela gedeihen die verschiedenen Virola Arten, immer im amazonischen Regenwald. Die Bäume werden nicht kultiviert, da es scheinbar noch niemandem gelungen ist die bis zu 30 Mete hohen Bäume sinnvoll zu vermehren.

Die Rinde enthält das psychoaktive Molekül DMT

Der Stamm der Bora sowie die Huitoto die das Gebiet um den zweitgrößten Fluss Südamerikas, den Orinoko, besiedeln, benutzen Virola als Schnupfpulver, nehmen es aber auch oral zu sich. Vor allem um Krankheiten zu diagnostizieren verwenden die Schamanen es.
Bei den Desana, die an den Ufern des Flusses Rio Uaupés im Nordwesten Amazoniens leben, ist Virola fest in den Initiationsritus eingebunden. Bei der Feier müssen die Knaben die zum Mann initiiert werden die Zubereitung des Schnupfpulvers erlernen und auch zum ersten mal konsumieren.
Die Quichua in Ecuador kochen ein Sekret aus der Virola Rinde das getrunken wird.
Bei den Waika, im Süden Venezuelas, kommt das Rindensekret sogar als Pfeilgift zum Einsatz.

Darstellung von Schnupfwerkezug, eines aus Knochen eines aus einer Schnecke. (Nach Koch Grünberg 1921)

Die getrocknete Rinde wird zur Fiebersenkung auch geraucht und als Vertreibung gegen böse Geister gekocht. Die verschiedenen Virola Arten gelten als hirnstimulierend und sollen das Erinnerungsvermögen stärken. Außerdem haben die Harze pilzhemmende Wirkung.

Zubereitung und Dosierung

Das Harz das oom oder ya-keeoom genannt wird wird ähnlich wie Latex durch das anritzen der Baumrinde gewonnen. Die Rinde wird auch abgetragen oder die Innenrinde erwärmen und das Harz ausschwitzen. Das reine Harz wird mit Pflanzenasche, beispielsweise die des Kakaobaums, oder auch mit Muschelkalk vermischt um die aus dem klebrigen Harz ein trockenen Pulvers herzustellen. Auch hat das Schnupfpulver ohne die Beigabe der Pflanzenasche scheinbar keine Wirkung. Die Rinde wird am frühen Morgen geerntet, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen auf den Stamm fallen. Die Sonnenstrahlen sollen die Wirkung des Pulvers erheblich beeinflussen.

Als eine schamanische Dosis wird ein gehäufter Teelöffel des mit Pflanzenasche vermischten Harzes angegeben. Diese Menge wird auf 3 Portionen aufgeteilt in kurzen Abständen geschnupft. Oft werden dem Pulver getrocknete Tabakblätter, getrocknete Kakaoblätter oder pulverisierte Rindenstücke von Banisteriopsis subspezies beigemischt.
Für die orale Einnahme gibt es andere Rezepte, so kochen die kolumbianischen Huitoto den harzigen Saft mit Wasser solange ein bis eine sirupartige Konsistenz erreicht ist. Dieser eingedickte Saft wird zu Kugeln geformt und mit Pflanzenasche ummantelt. Drei solcher Kugeln werden gegessen oder auch in Wasser aufgelöst getrunken.
Auch die Bora und Hiutoto kannten ein Rezept für den oralen Gebrauch. Die Innenrinde wurde zu einer dicken Paste eingekocht, die ohne weitere Verarbeitung gegessen wurde.

Manche Virola-Arten werden auch dem Ayahuasca-Trank beigefügt.

Wirkung und Wirkstoffe

Die Wirkung des Virola Schnupfpulvers wird von seinem westlichen Entdecker Schultes als sehr heftig und unangenehm beschrieben. Schultes Selbstversuch resultierte in heftigen Kopfschmerzen, Augendruck und Koordinationsstörungen. Doch war dieser Selbstversuch wohl auch nicht in ein Ritual eingebunden. Schamanen verfallen in traumvolle Trancezustände die von Halluzinationen begleitet werden. Die Desana beschrieben die Wirkung als ein Eindringen des Virolas in den Körper das ihn schwindlig und benommen macht.

Die Hauptwirkstoffe sind verschiedene Derivate des DMT. So sind in den verschiedenen Virola Arten die Moleküle N,N-DMT, 5-MeO-DMT aber auch Carbolin enthalten, das eine strukturelle Ähnlichkeit zu DMT aufweist.

5-MeO-DMT
ß-carbolin


Die Rinde enthält außerdem Sesartemin und Yaugambin, die angeblich Aggressivität hemmen können. Die Samen erreichen reichlich Öl das Virola-fat oder Ucuuba-butter. Dieses errinntert an Kakaobutter und es werden sogar Kerzen daraus hergestellt.

Virola Samen

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