Chaga (Inonotus obliquus)

Steckbrief Chaga

Namen: Chaga (Tschaga), Schiefer Schillerporling im deutschsprachigen Raum.
Herkunft : nördliche Halbkugel, Russland, Skandinavien, Mittel- und Osteuropa, Nordeuropa, Japan, Korea und Zentralasien (Kasachstan), leider selten in Österreich und Deutschland
Zubereitung und Konsum: Der Pilz wird getrocknet und geschnitten oder zu Pulver verarbeitet, das als Tee/ Kaffee oder in andere Getränke gemischt konsumiert wird. Die Lösung der Wirkstoffe erfordert hohe Temperaturen (mindestens 20-30min. kochen). Im Handel oft als Kapsel oder Extrakt erhältlich.
Wirkstoffe: Polyphenole, Antioxidantien, Betulin (Hauptwirkstoff der Birke), hoher ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity).
Vor allem der Einsatz in der Krebstherapie wird seit mehreren Jahren wissenschaftlich untersucht und zeigt deutliche Erfolge.

Ein kleiner Einblick…

Chaga im Birkenwald

Sibirien, Skandinavien, Kanda: Die nördliche Tundra bietet Birkenwälder soweit das Auge reicht. Ein Stamm reiht sich an den anderen, doch das ebenmäßige Schwarz-Weiß der schlanken Stämme wird hin und wieder durch seltsame Ausbuchtungen unterbrochen.

Was wie ein Geschwür am Baumstamm aussieht, erkennt der kundige Pilzesammler als Chaga, wie er in Russland genannt wird. Was den Chinesen und Japanern der Reishi ist, das ist den Russen der Chaga. Er gilt dort als „König der Heilpilze“, in Sibirien wird er gar „Geschenk Gottes“ genannt. Die Völker der russischen Tundra nutzen ihn schon von je her als Stärkungsmittel, zur Blutreinigung, bei Magenschmerzen und gegen Parasiten wie etwa Würmer. Seine Krebshemmende Wirkung wurde bereits im Labor nachgewiesen, allerdings stehen klinische Studien aus.


Laut historischer Dokumente heilte im Jahr 1053 der Großfürst von Kiew (Wladimir Wsewolodowitsch) seinen Unterlippenkrebs mit Chaga-Tee. Tatsächlich ist dort, wo der Chaga als Tee noch immer täglich getrunken wird, die Krebsrate gering und sein in Norwegen gebräuchlicher Name „kreftkjuke“ – Krebsporling – nimmt ebenfalls Bezug auf seine Verwendung als Krebsmittel.

Noch eine Anekdote:
Der russische Literaturnobelpreisträger und große Stalin Kritiker Alexander Solschenizyn erkrankte in den 60er Jahren im kasachischen Exil an Krebs. Er genas trotz schlechter Aussichten durch die Anwendung von Chaga Tee und einer Operation. Daraufhin schrieb prompt ein Buch darüber: „Krebstation“

Sascha knew his shrooms

Während der Chaga bei uns vor allem als Geheimtipp zur Stärkung des Immunsystems gilt, ist er in anderen Ländern in der Krebsbegleitung bereits recht etabliert, vor allem bei Magen- und Darmkrebs, Lungen-, Leber-, Gebärmutter-, Haut- und Brustkrebs.
Trotz dieser vielen positiven Beispiele und der Akzeptanz in anderen Ländern ist seine Wirkung bei Krebs nach unseren geltenden Kriterien wissenschaftlich nicht bestätigt. Das ist zur Kenntnis zu nehmen und es ist ohnehin nicht ratsam, sich nur auf ein einziges „Wundermittel“ zu verlassen und im Ernstfall nur auf diese eine Karte zu setzen.

Vorkommen:
Der Chaga-Pilz, der bei uns Schiefer Schillerporling genannt wird, wächst parasitär in/an Laubbäumen. Obwohl er auch an Erlen-Stämmen zu finden ist werden traditionell nur Pilze von Birken-Stämmen als Heilmittel eingesetzt, da diese die wertvollen Wirkstoffe der Birke übernehmen.
In Österreich ist er selten, kann aber durchaus in feucht-kühlen, windigen Gebieten wie Birken-Auwäldern gefunden werden.

Chaga-Fund im nördlichen Waldviertel

Die Knollen müssen am Stamm in mindestens 1,5m Höhe gewachsen sein, da sonst die Wirkstoffe „stark verwässert“ sind und ihre Konzentration im Pilz zu niedrig ist. Auch ganz junge (kleine) Knollen, sowie Knollen an bereits abestorbenen Bäumen sollten nicht geerntet werden.

Merkmale
Die Sklerotien („Knollen“) des Pilzes haben eine schwarze, verbrannt aussehende, zerklüftete Oberfläche und können bis zu 40 cm Durchmesser
erreichen. Darunter liegt das orange-braune Innere, das charakteristisch für den Chaga ist.
Der Pilz kann ganzjährig gesammelt werden und hat keine gefährlichen Doppelgänger.

Anwendung
Um die Wirkstoffe aus dem Pilz zu lösen sind hohe Temperaturen notwendig. Daher empfiehlt es sich einen Sud aus der äußeren, dunklen Schicht der Knolle herzustellen. Dazu werde die vom Baum abgeschlagenen Stücke getrocknet, in ein feuerfestes Gefäß gefüllt und für mindestens 20-30 Minuten geköchelt.

Der so entstandene bräunliche Sud erinnert von Farbe und Geschmack an Kaffee und kann mit Honig, Zucker, Milch, gemischt mit verschiedenen Tees oder auch pur getrunken werden.

Die Pilz-Stücke können mehrfach ausgekocht werden, solange bis der Sud sich nicht mehr bräunlich verfärbt. Auch ist es möglich den Sud (am Besten mit den Pilzstücken darin) aufzubewahren. Dabei muss darauf geachtet werde, dass das Pilzmaterial gänzlich mit Wasser bedeckt ist (sonst Schimmelgefahr!) und dass der Aufbewahrungsort kühl ist. So bleibt der Chaga-Sud über mehrere Wochen haltbar.

Breakfast

Die Wirkung des Chaga-Kaffees (-Tees) wird als wohltuend, beruhigend und kräftigend beschrieben. Eine ausgezeichnete Alternative zum herkömmlichen Kaffee also!

Kein Kaffee-Fan? Du kannst den Chaga-Sud auch als Kochwasser verwenden, zum Beispiel bei der Zubereitung von Reis. Einfach den Reis in 375ml (1 1/2 Becher) dünnem Chaga-Sud kochen und voilá – köstlicher und heilsamer Chaga-Reis als Beilage zu deinem nächsten Gericht!

!Wichtig!
Chaga wird auch oft in Pulverform als Kapseln gehandelt. Die Inhaltstoffe sind allerdings vor allem in der schwer verdaulichen Chitin Wand des Pilzes eingeschlossen. Um das Chitin zu verdauen und die Stoffe aufzuschließen wird das Enzym Chitinase benötigt, welches dem Menschen fehlt. Bei der Verdauung können deshalb nicht alle Stoffe freigesetzt werden.
Heißes Wasser kann jedoch die Stoffe aus dem Pilz herauslösen und somit bioaktiv machen.

Inhaltsstoffe und Wirkung:
Der Chaga besitzt über 200 aktive biologische Substanzen. Wie alle anderen Vitalpilze verfügt er über speziell auf das Immunsystem wirkende Polysaccharide, Triterpene, Vitamine und neben Zink über zum Teil seltene Spurenelemente wie Mangan, Bor und Germanium. Durch seine Beta-Glucane, die auch im Reishi enthalten sind, hat der Chaga die Fähigkeit, die T-Lymphozyten und Interleukin 6 zu unterstützen und somit das Immunsystem bei der Tumorbekämpfung zu stärken.

Beta-Glucane als Tumor Antagonisten


Die Membranoberfläche der Pilz-Polysaccharide ähneln „echten“ Krankheitsrregern und stimulieren so das Immunsystems, ohne jedoch eine gerichtete Immunkaskade loszutreten. Die Alarmbereitschaft aber bleibt. Dadurch haben Krebszellen, Bakterien, Viren und Mykosen weit geringere Chancen zur Ausbreitung – man bleibt eher gesund.

Außerdem enthält er – als weitere Besonderheiten – Melanin sowie Betulin und Betulinsäure. Letzteres aber nur, wenn er bereits ein paar Jahre alt ist, und von Birken stammt und nicht aus Züchtung. Betulin und Betulinsäure richten sich gegen eine Vielzahl von Krebszellen.
Das Melanin reduziert Schäden an der Zellmembran, da es vor freien Radikalen und anderen schädlichen Einflüssen schützt, während das Betulin bei vielen chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis hilft und die Betulinsäure den Tod der Krebszelle einleitet.

Ein schöner Fund


Viel Erfolg bei der Suche nach dem heiligen Chaga!

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