Calea (Calea zacatechichi)

Steckbrief

Namen: Calea, Aztekisches Traumgras, Nahuatl (Bitteres Kraut der Berge), Dream Herb, Hoja Madre (Blatt der Mutter), Thle-pela-kano (Chontal für „Blatt Gottes“), Zacate amargo (Mexikanisch für „bitteres Gras), Oaxaqueña (die aus Oaxaca)
Herkunft: Das bittere Kraut ist im zentralmexikanischen Hochland heimisch. Also im Hochland von Oaxaca, wo auch Salvia divinorum seinen Ursprung hat, aber auch in anderen Gebieten Mexikos, in Kolumbien und in Costa Rica.
Zubereitung und Dosierung: Zur Zubereitung des Tees werden etwa 5 Gramm benötigt, traditionell wird pro Kilo Körpergewicht 1 Gramm verwendet. Es kann auch geraucht werden.
Wirkung: Das Traumkraut soll die Sinne im Traumreich schärfen, luzide Träume fördern und das Erinnerungsvermögen von Träumen stärken. Wirkstoff: Der psychoaktive Wirkstoff ist bis jetzt noch unbekannt, wahrscheinlich handelt es sich um ein Alkaloid. Für den bitteren Geschmack sorgen Sesquiterpenlactone.

Ein kleiner Einblick…

Das zentralmexikanische Hochland beherbergt einige unsere Lieblinge. Neben dem Internetstar Salvia divinorum wächst dort auch das Aztekische Traumgras, das bittere Kraut der Berge – Calea zacatechichi.
Am Häufigsten kommt Calea im Gebirge des mexikanischen Bundesstaats Oaxaca vor, wir können es aber auch in vielen anderen Gebieten Mexikos, in Kolumbien und in Costa Rica auffinden.


In Oaxaca bei dem indigenen Stamm der Chontal, ist das Kraut ein fester Bestandteil in Ritualen. Calea „ Thle-pela-kano“ oder „Blatt Gottes“ soll eine Verbindung mit Gott, den Ahnen und der Traumwelt herstellen. Es soll die Sinne schärfen sowohl im Traum, als auch im wachen Leben und vor allem soll es so erleichtern die Antworten auf schwerwiegende Fragen zu erhalten. Auch ein Blick in die Zukunft oder Visionen anderer Art spielen in diesen traditionellen Gebrauch der bitteren Pflanze hinein. Je länger eine Person den bitteren Geschmack aushält, desto gutmütiger soll Calea gestimmt sein und desto erkenntnisreicher soll die Erfahrung ausfallen.
Für ein Ritual dieser Art wird ein starker Tee aus den getrockneten Blättern gebraut und vom Schamanen oder einer ganzen Gruppe vor dem Schlafengehen getrunken. Verwendet wird in etwa eine Hand voll Blätter, im Anschluss wird auch oft noch ein Joint mit denselben Blättern geraucht. Doppelt hält besser. Obwohl der Tee entspannt, schärft er auch die Sinne. Wer das Gefühl kennt, wenn der Körper einschläft, doch der Geist wachsam bleibt, weiß wie ein luzider Traum beginnt….

1986 wurde eine Studie mit Calea durchgeführt, bei der es um die Auswirkung der Pflanze auf Träume ging. Calea erzeugt starke innere Bilder beim Einschlafen, erhöht die Anzahl der Träume an die man sich erinnern kann, unterstützt Klarheit im Traum und das Gefühl von Realität und löst spontane luzide Träume aus.

Nun kennen wir Calea als bitteres Traumkraut, mit langer Tradition und zur Erleichterung unseres analytischen Geistes, mit dem westlichen Gütesiegel „Studie“. Doch abseits von Weissagung durch Träume hat Calea auch eine medizinische Tradition. 
Die frischen Blätter werden von den Chontal zu einem Brei verarbeitet und zur äußeren Anwendung bei Ausschlägen, Wunden und kleinen Verbrennungen genutzt. Als Tee wird es vor allem bei Verdauungsproblemen, aber auch bei Kopfweh, Fieber, Asthma und Menstruationsbeschwerden getrunken.

Inhaltsstoffe

Für den bitteren Geschmack von Calea sind die diversen Sesquiterpenlactone verantwortlich. Ihnen wird eine migräne- und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Sie sollen auch antimikrobiell wirksam sein und werden wie auch Antibiotika gegen Bakterien und Pilze angewendet.
Welcher Stoff wirklich für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist konnte noch nicht erforscht werden, höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um ein Alkaloid, das bisher noch nicht identifiziert wurde. Klar ist auch, dass der Wirkstoff sowohl in Wasser als auch in Alkohol löslich ist.

Botanische Beschreibung

Calea zacatechichi ist mindestens einjährig und kann bis zu 3 Meter hoch werden.
Die Stängel können leicht behaart sein und tragen Blätter die vorne in einer Spitze zulaufen, am Rand grob gezähnt sind, bis zu 12 cm lang und bis zu 7 cm breit werden können. An der Oberfläche sind die Blätter meist rau und an der Unterseite klebrig und oft behaart.
Die Blüten der Pflanze sind weiß bis cremefarben, sehen aus wie kleine Trompeten und auch sie sind oft klebrig.

Zubereitung, Dosierung und Wirkung

Abseits von Ritualen im mexikanischen Hochgebirge, kommen wir dank ethnobotanischer Liebhaber, deren Geschäften und Onlineshops, heute auch überall sonst in den „Genuss“ des bitteren Krautes. Wer sich mit Träumen auseinandersetzen will, luzides Träumen erlernen will oder den Versuch starten möchte in die Zukunft zu sehen, seine Ahnen um Ratschlag zu bitten oder ganz simpel eine kleine Konversation mit Gott starten möchte, ist mit Calea gut beraten.

Für gezielte und längerfristige Traumarbeit empfehlen einige Stimmen aus dem Internet, mehrere Tage hintereinander zu konsumieren um im Anschluss wieder eine Woche zu pausieren.Zur Zubereitung aller folgenden Konsumarten wird getrocknetes Pflanzenmaterial benötigt. Die Chontal empfehlen pro Kilo Körpergewicht 1 Gramm für den Tee. Das könnte ein bisschen exzessiv werden, teuer und extrem bitter. Deshalb arbeiten wir mit angepassten westlichen Dosen. Wer sich doch abenteuerlicher fühlt, sollte keine Angst haben. Das schlimmste was bei einer einmaligen hohen Dosis passieren kann ist Übelkeit.

Auf Dauer sollte wohl nicht mit hohen Dosen experimentiert werden, da die Pflanze nicht so gut mit den Nieren verträglich ist. Nicht übertreiben!

Tee: etwa 5 Gramm pro Tasse
Das Pflanzenmaterial mit der gewünschten Menge Wasser 5-10 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen und abgießen. Um den bitteren Geschmack des Tees zu überdecken, könnte das Beigeben von Honig, Sojamilch, Minzeblättern oder Zitrone helfen. Bei allen Versuchen den Tee leckerer zu machen, wollen wir uns dennoch daran erinnern, dass das Aushalten des bitteren Geschmacks traditionell zu intensiveren Ergebnissen führt.

Rauchen: genug der bitteren Blätter um einen Joint zu füllen
Die Blätter zu rauchen, soll weitaus weniger bitter schmecken als der Tee.

Tabletten: getrocknete Blätter, leere Kapseln
Um dem Geschmack ganz zu entkommen, können die Blätter auch fein zermahlen werden und in leere Kapseln aus der Apotheke gefüllt werden. Mit der Dosis muss man sich hier ein bisschen spielen… wie immer.

Tinktur: die gewünschte Menge an Pflanzenmaterial, hochprozentigen Alkohol
Wie bei jeder Tinktur wird hier die gewünschte Menge an Pflanzenmaterial mit dem Alkohol übergossen, immer wieder durchgeschüttelt und nach etwa 3 Wochen kann das Pflanzenmaterial herausgefiltert werden. Da die Wirkstoffe von Calea zacatechichi in Alkohol genauso löslich wie in Wasser sein sollen, könnte das auch ein guter Versuch sein, die zu konsumierende Menge zu verkleinern. Die Tinktur kann in jede beliebige Flüssigkeit getropft werden.

Unter den Kopfpolster: ein kleines Säckchen mit dem Pflanzenmaterial
Wer an die magischen Qualitäten der Pflanze glaubt oder einfach eine traditionelle Art des Gebrauchs testen will, füllt ein kleines Säckchen oder anderes Gefäß mit den getrockneten Blättern und legt es unter den Kopfpolster, bzw. unter das Kissen 😉

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