Steckbrief
Deutscher Name: Wilde Yamswurzel, Yamswurzel
Englische Namen: Wild Yam, Colic Root, Rheumatism Root
Wissenschaftlicher Name: Dioscorea villosa L.
Familie: Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae)
Verbreitung: Südliches Ontario sowie zentrale und östliche Regionen der USA
Lebensform: Mehrjährige, windende Kletterpflanze mit unterirdischem Rhizom
Lebensraum: Wälder, Waldsäume, Gebüsche und lichte Gehölze
Verwendeter Pflanzenteil: Vorwiegend das getrocknete Rhizom
Wichtige Inhaltsstoffgruppen: Steroidale Saponine, darunter Dioscin und verwandte Verbindungen; Sapogenine wie Diosgenin; außerdem Stärke, Gerbstoffe und weitere Pflanzenstoffe
Traditionelle Verwendung: Vor allem bei kolikartigen Verdauungsbeschwerden, Krämpfen und schmerzhafter Menstruation
Heutige Produktformen: Geschnittenes Rhizom, Pulver, Extrakte, Kapseln und Hautcremes

Wie Dioscorea villosa zur vermeintlichen Hormonpflanze wurde
Kaum eine Pflanze wird so häufig mit Progesteron, Wechseljahren und “natürlichem Hormonausgleich” verbunden wie die Yamswurzel. Cremes, Kapseln und Pulver sollen Hitzewallungen lindern, den Zyklus harmonisieren oder dem Körper sogar eine pflanzliche Vorstufe weiblicher Hormone liefern. Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht Diosgenin, ein Naturstoff mit einem steroidähnlichen Molekülgerüst.
Die Verbindung ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Diosgenin spielte tatsächlich eine wichtige Rolle bei der Entwicklung moderner Steroidarzneimittel. Aus bestimmten Yamsarten gewonnene Pflanzenstoffe ermöglichten es Chemiker*innen im 20. Jahrhundert, Progesteron und andere Steroidhormone vergleichsweise günstig herzustellen.
Der entscheidende Umbau fand allerdings im Labor statt, nicht im menschlichen Körper.
Hinter dem modernen Hormonimage verbirgt sich eine ältere und deutlich vielschichtigere Pflanzengeschichte. Dioscorea villosa ist eine nordamerikanische Kletterpflanze, deren unterirdisches Rhizom traditionell vor allem bei kolikartigen Schmerzen und Krämpfen verwendet wurde. Erst Naturstoffchemie, Pharmaindustrie und modernes Pflanzenmarketing machten aus der “Colic Root” eine Frauenpflanze.

Eine Kletterpflanze im nordamerikanischen Wald
Beim Wort Yams denken viele Menschen zunächst an schwere, stärkereiche Knollen aus westafrikanischen, karibischen oder asiatischen Küchen. Botanisch gehören auch diese Nahrungspflanzen zur Gattung Dioscorea. Dennoch handelt es sich nicht einfach um verschiedene Handelsformen derselben Wurzel.
Die Gattung umfasst mehrere Hundert Arten mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Einige bilden große essbare Knollen und gehören regional zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Dioscorea villosa ist dagegen eine nordamerikanische Wildpflanze und keine typische Speiseyams.
Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Ontario über weite Teile der zentralen und östlichen USA. Die mehrjährige Pflanze wächst bevorzugt in Wäldern, an Gehölzrändern und in Gebüschen. Ihre dünnen Sprosse winden sich an benachbarten Pflanzen empor. Die meist herzförmigen Blätter werden von mehreren auffallend bogenförmig verlaufenden Blattadern durchzogen.
Die grünlichen Blüten bleiben eher unscheinbar. Männliche und weibliche Blüten befinden sich gewöhnlich auf getrennten Pflanzen. Nach der Bestäubung entstehen dreiflügelige Kapseln mit flachen Samen, die durch den Wind verbreitet werden.
Der für die Kräuterkunde interessante Teil liegt unter der Erde. Anders als bei vielen Speiseyamsarten ist er keine große, fleischige Knolle, sondern ein längliches, verzweigtes Rhizom. Dieses speichert Nährstoffe und ermöglicht der Pflanze, nach dem Winter erneut auszutreiben.
Getrocknet und zerkleinert lässt sich Pflanzenmaterial verschiedener Yamsarten allerdings nur schwer unterscheiden. Mikroskopische Merkmale, Calciumoxalatkristalle und chromatografische Inhaltsstoffprofile spielen deshalb bei der Qualitätskontrolle eine wichtige Rolle. Die botanische Bezeichnung auf einem Produkt ist mehr als eine akademische Formalität: Sie entscheidet darüber, welche Pflanze tatsächlich gemeint ist.
Von der “Colic Root” zur Arzneipflanze
Lange bevor Yamswurzel mit Wechseljahren und Progesteron beworben wurde, kannte man Dioscorea villosa in Nordamerika vor allem als Colic Root. Der Name verrät bereits, wofür das Rhizom geschätzt wurde: für Beschwerden, die als krampfartig, ziehend oder kolikähnlich beschrieben wurden.

Im 19. Jahrhundert fand die Pflanze Eingang in die eklektische Medizin der USA. Diese medizinische Strömung versuchte, pflanzliches Erfahrungswissen mit der damaligen wissenschaftlichen Medizin zu verbinden. Präparate aus Wild Yam wurden bei Darm- und Gallenkoliken, Blähungen, krampfartigen Unterleibsschmerzen und schmerzhafter Menstruation eingesetzt. Die Bezeichnung Rheumatism Root erinnert daran, dass die Pflanze zeitweise auch bei Gelenk- und Muskelschmerzen Verwendung fand.
Solche historischen Berichte sind keine klinischen Wirksamkeitsnachweise. Sie zeigen jedoch, dass das ältere Bild der Yamswurzel nicht primär hormonell geprägt war. Im Mittelpunkt standen Schmerz, Krampf und die Vorstellung, eine angespannte Muskulatur oder einen gereizten Verdauungstrakt zu beruhigen.
Auch geschmacklich wirkt die Pflanze eher wie eine klassische Arzneiwurzel als wie ein Lebensmittel. Das getrocknete Rhizom schmeckt erdig, bitter und leicht zusammenziehend. Ein ausgeprägtes Aroma besitzt es nicht. Wer Yamswurzel als Tee kennenlernt, begegnet daher keiner gefälligen Genussmischung, sondern einer herben Pflanze, deren sensorischer Charakter gut zu ihrer historischen Verwendung passt.
Diosgenin und der Beginn der Steroidindustrie
Die moderne Karriere der Yamswurzel begann mit einer chemischen Besonderheit. Arten der Gattung Dioscorea bilden verschiedene steroidale Saponine. Diese Pflanzenstoffe bestehen aus einem zuckerhaltigen Teil und einem steroidähnlichen Grundkörper. Wird der Zuckeranteil abgespalten, bleibt ein sogenanntes Sapogenin zurück.
Eines der bekanntesten Sapogenine aus Yamsarten ist Diosgenin. Sein Molekül besitzt ein Grundgerüst, das sich chemisch zur Herstellung verschiedener Steroidverbindungen eignet. Für die aufstrebende Pharmaindustrie des 20. Jahrhunderts war dies ausgesprochen wertvoll.

Besonders diosgeninreiche mexikanische Yamsarten wurden zu wichtigen Ausgangsmaterialien der Steroidchemie. Der Chemiker Russell Marker entwickelte in den 1940er-Jahren ein Verfahren, mit dem sich Diosgenin in mehreren Schritten zu Progesteron umwandeln ließ. Dadurch wurde die Herstellung des Hormons erheblich günstiger als zuvor.
Diese Entwicklung bildete eine wichtige Grundlage für die industrielle Produktion von Steroidhormonen und schließlich auch für hormonelle Verhütungsmittel. Die Yamswurzel erhielt damit einen festen Platz in der Geschichte moderner Arzneistoffe.
Allerdings bezog sich diese Geschichte nicht ausschließlich auf Dioscorea villosa. Für die industrielle Gewinnung wurden vor allem andere, besonders diosgeninreiche Dioscorea-Arten genutzt. Im modernen Pflanzenhandel gingen die unterschiedlichen Arten und ihre Geschichten dennoch zunehmend ineinander über.
So entstand ein bis heute wirksames Missverständnis: Wenn die Pharmaindustrie aus Diosgenin Progesteron herstellen kann, müsse auch der menschliche Körper dazu fähig sein.
Dafür gibt es keinen überzeugenden Nachweis. Die Umwandlung benötigt mehrere kontrollierte chemische Reaktionsschritte. Der menschliche Stoffwechsel verfügt nicht einfach über einen natürlichen Weg, der aufgenommenes Diosgenin in Progesteron verwandelt. Yamswurzel enthält daher kein “pflanzliches Progesteron”, und ihr Verzehr erhöht nicht automatisch die körpereigene Progesteronproduktion.
Enthält eine Creme tatsächlich Progesteron, wurde dieses zuvor pharmazeutisch hergestellt und gezielt zugesetzt. Es ist nicht erst auf der Haut aus Yamswurzelextrakt entstanden.

Was steckt tatsächlich in der Wurzel?
Das Rhizom von Dioscorea villosa enthält verschiedene steroidale Saponine. Zu den untersuchten Verbindungen gehören Dioscin, Deltonin und verwandte Glykoside. Diosgenin bildet den steroidalen Grundkörper einiger dieser Moleküle und kann analytisch nach entsprechender Aufarbeitung nachgewiesen werden.
Die genaue Zusammensetzung schwankt. Art, Herkunft, Alter der Pflanze, Erntezeitpunkt und Verarbeitung beeinflussen das chemische Profil. Ein pulverisiertes Rhizom ist deshalb nicht mit einem standardisierten Extrakt oder isoliertem Diosgenin gleichzusetzen.
Dioscin und Diosgenin unterscheiden sich zudem in ihren physikalischen Eigenschaften und in ihrem Verhalten im Verdauungssystem. In Laboruntersuchungen mit simulierten Magen- und Darmflüssigkeiten wurde ein Teil des Dioscins zu Diosgenin umgewandelt. In einem Zellmodell zeigte Dioscin eine höhere Durchlässigkeit, während Diosgenin teilweise durch das Transportprotein P-Glykoprotein aus den Zellen befördert wurde.

In derselben In-vitro-Untersuchung hemmten beide Verbindungen in ausreichend hohen Konzentrationen das Enzym CYP3A4. Dieses Enzym ist am Abbau vieler Arzneistoffe beteiligt. Ob bei üblichen Yamswurzelprodukten im menschlichen Körper überhaupt vergleichbare Konzentrationen erreicht werden, wurde dadurch nicht geklärt. Der Befund liefert vor allem einen Ansatzpunkt für weitere pharmakokinetische und interaktionsbezogene Forschung.
Zwischen Steroidstruktur und biologischer Wirkung
Diosgenin wird in Zellkulturen und Tiermodellen zu einer erstaunlichen Bandbreite biologischer Fragestellungen untersucht. Dazu gehören Entzündungssignale, oxidativer Stress, Fett- und Glukosestoffwechsel, Knochenstoffwechsel, Zellteilung und programmierter Zelltod.
Je nach Modell beeinflusste der isolierte Stoff Signalwege wie NF-κB, PI3K/Akt oder verschiedene MAP-Kinasen. Diese Systeme sind an Entzündungsreaktionen, Zellwachstum und Stoffwechselprozessen beteiligt. Gerade deshalb taucht Diosgenin in Forschungsarbeiten zu Stoffwechselerkrankungen, Entzündung, Osteoporose und Tumorbiologie auf.
Die steroidähnliche Struktur führt außerdem zur Frage, ob Diosgenin an Östrogenrezeptoren oder andere hormonabhängige Signalwege ankoppeln kann. Einzelne Zellversuche sprechen für solche Wechselwirkungen. Andere Untersuchungen ergaben jedoch kein umfassendes östrogenartiges Wirkungsmuster.
In einem Uterotrophie-Test an jungen Ratten erhöhte Diosgenin weder das Gebärmuttergewicht noch typische hormonabhängige Gewebemarker. Die Aktivierung eines bestimmten Signalwegs in einer Zellkultur ist daher nicht mit der Wirkung eines menschlichen Hormons im gesamten Organismus gleichzusetzen.
Auch hier muss zwischen Diosgenin und der vollständigen Pflanze unterschieden werden. Ein konzentrierter Reinstoff in einer Zellkultur verhält sich anders als ein Tee oder Pulver, in dem zahlreiche Stoffe gemeinsam und in deutlich geringeren Konzentrationen vorkommen.
Krämpfe, Schmerzen und Entzündung: eine alte Spur in neuer Forschung
Die traditionelle Verwendung bei Krämpfen und Schmerzen hat auch die moderne Forschung beeinflusst. In einer tierexperimentellen Studie wurde ein Trockenextrakt aus Dioscorea villosa in verschiedenen Schmerz- und Entzündungsmodellen untersucht.

Bei Mäusen verringerte der Extrakt bestimmte Schmerzreaktionen und reduzierte die Einwanderung von Entzündungszellen in die Bauchhöhle. In den verwendeten akuten und subchronischen Toxizitätsmodellen zeigten sich keine auffälligen Veränderungen, die eindeutig auf eine Schädigung durch den Extrakt hingedeutet hätten.
Interessant ist daran weniger ein einzelner vermeintlicher Wirkungsbeweis als die Verbindung zwischen historischer Anwendung und heutiger Forschungsfrage. Die traditionelle Wahrnehmung als Krampf- und Schmerzwurzel wird nicht einfach bestätigt, aber sie liefert einen nachvollziehbaren Ausgangspunkt für Untersuchungen zu entzündlichen und nozizeptiven Prozessen.
Welche Inhaltsstoffe zu den beobachteten Effekten beitrugen, ist nicht vollständig geklärt. Die Studie identifizierte Diosgenin als eine wichtige Verbindung im Extrakt. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sämtliche Effekte allein darauf zurückzuführen waren.
Klinische Studien zur Einnahme von Dioscorea villosa bei Menstruationskrämpfen, Verdauungskoliken oder rheumatischen Beschwerden fehlen bislang. Der interessanteste Forschungsweg führt daher von den allgemeinen Tiermodellen hin zu besser charakterisierten Extrakten, genauer Pharmakokinetik und schließlich kontrollierten Untersuchungen am Menschen.
Hilft Yamswurzel in den Wechseljahren?
Die bekannteste klinische Studie zu Wild Yam untersuchte 23 gesunde Frauen mit Wechseljahresbeschwerden. In einem doppelblinden Cross-over-Design verwendeten die Teilnehmerinnen jeweils drei Monate lang eine Creme mit Yamswurzelextrakt und eine äußerlich identische Placebocreme.
Zwischen den beiden Behandlungen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bei Hitzewallungen, nächtlichem Schwitzen und den übrigen erfassten Beschwerden. Auch Progesteron, Estradiol, FSH und die untersuchten Blutfettwerte veränderten sich durch die Wild-Yam-Creme nicht relevant.
Die Anwendung wurde in dieser kleinen Studie zwar gut vertragen. Eine klinisch erkennbare hormonähnliche Wirkung ließ sich jedoch nicht feststellen.

Eine Pilotstudie aus dem Jahr 2025 untersuchte 24 Frauen mit PCOS des Phänotyps D. Sie erhielten sechs Monate lang ein Kombinationspräparat aus Dioscorea villosa, Vitamin D und Alpha-Lactalbumin. Im Verlauf wurden unter anderem regelmäßigere Menstruationszyklen und Veränderungen einzelner Stoffwechsel- und Hormonwerte beobachtet.
Die Untersuchung besaß jedoch keine Placebo- oder Kontrollgruppe. Außerdem wurden drei Bestandteile gemeinsam verabreicht. Daraus lässt sich nicht bestimmen, ob die beobachteten Veränderungen auf Yamswurzel, Vitamin D, Alpha-Lactalbumin, die Kombination oder andere Faktoren zurückgingen.
Die Studie eröffnet eine Forschungsfrage, belegt aber keine eigenständige Wirkung von Dioscorea villosa bei PCOS.
Eine Pflanze zwischen Arzneigeschichte und modernem Mythos
Yamswurzel ist nicht deshalb interessant, weil sie Progesteron im Körper ersetzen würde. Spannend ist vielmehr, wie eine nordamerikanische Waldpflanze in ganz unterschiedliche Wissenswelten geraten konnte.
Zunächst war sie eine bittere Wurzel gegen kolikartige Beschwerden. Dann wurden steroidale Pflanzenstoffe zu Rohmaterialien der modernen Pharmaindustrie. Schließlich verwandelte das Marketing diese chemische Geschichte in die leicht verständliche, aber irreführende Erzählung einer natürlichen Hormonpflanze.
Wer sich mit der Yamswurzel beschäftigt, begegnet nicht nur einer traditionsreichen Arzneipflanze, sondern auch einem spannenden Kapitel der Naturstoffchemie: Die Ähnlichkeit zweier Moleküle bedeutet noch nicht, dass sie im Körper dasselbe tun. Ein Ausgangsstoff für die Arzneimittelproduktion ist nicht automatisch ein Arzneimittel.

Beim Kauf ist eine eindeutige botanische Deklaration besonders wichtig. “Wild Yam” kann im Handel für verschiedene Arten, Mischungen oder nicht näher bestimmte Rohstoffe stehen. Hochwertiges Pflanzenmaterial sollte daher zumindest mit Dioscorea villosa, dem verwendeten Pflanzenteil und möglichst auch seiner Herkunft bezeichnet sein. Farbe, Schnitt und Geruch sollten gleichmäßig wirken; muffige, feuchte oder ungewöhnlich stark verfärbte Ware spricht gegen eine sorgfältige Lagerung.
Wer die Yamswurzel selbst kennenlernen möchte, findet sie heute meist als geschnittenes Rhizom, Pulver oder Extrakt. Entscheidend ist weniger die Produktform als eine eindeutige botanische Deklaration. Hochwertige Produkte nennen die verwendete Art (Dioscorea villosa), den eingesetzten Pflanzenteil und möglichst auch die Herkunft des Rohstoffs. Bei Querbeet Wien ist die Yamswurzel als naturbelassenes Pflanzenmaterial erhältlich 🙂 So lässt sich die Pflanze in ihrer ursprünglichen Form entdecken – unabhängig von überzogenen Werbeversprechen rund um “natürliche Hormone” oder Progesteron.
Harm Reduction und Sicherheit
Yamswurzel darf nicht mit Progesteron oder einer ärztlich verordneten Hormontherapie gleichgesetzt werden. Sie eignet sich auch nicht zur selbstständigen Behandlung ungeklärter Zyklusstörungen, starker Blutungen, anhaltender Unterleibsschmerzen oder deutlicher Wechseljahresbeschwerden.
Zur Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor. Auch bei hormonabhängigen Erkrankungen sowie bei Leber- und Nierenerkrankungen ist Zurückhaltung sinnvoll. Menschen, die regelmäßig Arzneimittel einnehmen, sollten konzentrierte Extrakte nicht unkritisch verwenden. Laborbefunde zu CYP3A4 zeigen zumindest, dass mögliche Wechselwirkungen weiter untersucht werden sollten.
In der kleinen klinischen Studie wurde eine Wild-Yam-Creme kurzfristig gut vertragen. Eine kosmetische Sicherheitsbewertung kam außerdem zu dem Ergebnis, dass entsprechend standardisierte Extrakte mit begrenztem Diosgeningehalt in den untersuchten kosmetischen Anwendungen sicher verwendet werden können. Diese Beurteilung lässt sich nicht automatisch auf hoch konzentrierte, anders hergestellte oder innerlich eingenommene Produkte übertragen.
Quellen
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