
Steckbrief
Botanischer Name: Handroanthus impetiginosus (Mart. ex DC.) Mattos
Bekanntes Synonym: Tabebuia avellanedae Lorentz ex Griseb.
Weitere Bezeichnungen: Lapacho, Pau d’Arco, Ipê-roxo, Taheebo
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)
Verbreitung: Mexiko, Mittelamerika und große Teile Südamerikas
Verwendeter Pflanzenteil: vor allem die innere Rinde
Typische Zubereitung: länger ausgekochter Rindentee
Geschmack: holzig, herb, leicht bitter und erdig
Wichtige Inhaltsstoffgruppen: Naphthochinone, Benzoesäurederivate, Flavonoide und weitere phenolische Verbindungen
Bekannte Einzelsubstanzen: Lapachol, α-Lapachon und β-Lapachon
Traditionelle Verwendung: regional unter anderem bei entzündlichen Beschwerden, Infektionen, Hautproblemen und Verdauungsbeschwerden
Forschungsschwerpunkte: Entzündungsprozesse, Mikroorganismen, Parasiten, Tumorbiologie und Wirkstoffentwicklung

Der Tee aus dem blühenden Baum
Wer Lapachorinde zum ersten Mal sieht, könnte sie für ein recht unscheinbares Pflanzenprodukt halten. Schmale, unregelmäßige Rindenstücke liegen locker nebeneinander, rötlich braun bis beige, trocken und faserig. Ihr Duft ist zurückhaltend. Erst beim Kochen entwickelt sich das typische Aroma: warmes Holz, etwas Erde, eine herbe Bitterkeit.
Der Baum, von dem diese Rinde stammt, wirkt dagegen kaum unscheinbar. Noch bevor sich sein Laub vollständig entfaltet, kann sich seine Krone mit unzähligen rosa bis violetten Trompetenblüten füllen. In südamerikanischen Städten, Gärten und Landschaften gehört der blühende Ipê-roxo zu jenen Bäumen, die für einige Wochen ganze Straßenzüge verändern.
Zwischen dieser auffälligen Blüte und dem dunklen Rindentee liegt die Geschichte des Lapacho. Sie führt von regionalen Pflanzenkenntnissen über den internationalen Kräuterhandel bis in moderne Labore, in denen einzelne Naphthochinone als mögliche Ausgangspunkte für neue Arzneistoffe untersucht werden.

Dabei ist Lapacho ein gutes Beispiel dafür, wie schnell verschiedene Ebenen miteinander vermischt werden können. Eine traditionell verwendete Rinde ist nicht dasselbe wie ein isolierter Wirkstoff. Ein Zellversuch ist keine klinische Therapie. Und dennoch kann eine Pflanze wissenschaftlich interessant sein, lange bevor aus ihr ein erprobtes Arzneimittel entsteht.
Ein Baum mit vielen Namen
Botanisch gehört Lapacho zur Familie der Trompetenbaumgewächse. Diese Familie umfasst Bäume, Sträucher und Lianen, deren oft röhren- oder trompetenförmige Blüten besonders auffallen. Handroanthus impetiginosus wächst je nach Standort als mittelgroßer bis großer Baum und kann eine ausladende Krone entwickeln. Seine handförmig zusammengesetzten Blätter bestehen meist aus fünf einzelnen Fiederblättchen.
Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko und Mittelamerika bis nach Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien und in zahlreiche Regionen Brasiliens. Der Baum besiedelt nicht nur feuchte tropische Wälder, sondern kommt auch in saisonal trockeneren Landschaften vor. Entsprechend unterschiedlich können Wuchsform, Blütezeit und chemische Zusammensetzung ausfallen.
In älteren Büchern, wissenschaftlichen Arbeiten und Handelsunterlagen begegnet er häufig als Tabebuia avellanedae oder Tabebuia impetiginosa. Heute wird die Art botanisch meist als Handroanthus impetiginosus geführt. Die Umstellung geht auf eine Neubewertung der früher sehr weit gefassten Gattung Tabebuia zurück. Molekulare und morphologische Untersuchungen zeigten, dass darin mehrere eigenständige Entwicklungslinien zusammengefasst worden waren.
Für Konsument*innen ist diese Namensgeschichte durchaus relevant. “Lapacho” oder “Pau d’Arco” bezeichnet im Handel nicht immer eindeutig dieselbe Art. Auch Rinden verwandter Bäume können unter ähnlichen Namen angeboten werden. Eine nachvollziehbare botanische Deklaration ist daher mehr als eine akademische Feinheit.

Zwischen Hartholz und innerer Rinde
Pau d’Arco lässt sich sinngemäß als “Bogenholz” verstehen. Der Name verweist auf die Festigkeit des Holzes, das regional für Bögen, Werkzeuge, Konstruktionen und andere langlebige Gegenstände genutzt wurde. Ipê-Holz ist dicht, schwer und widerstandsfähig. Gerade diese Eigenschaften haben es allerdings auch zu einem begehrten Tropenholz gemacht.
Für Lapachotee wird nicht das massive Kernholz verwendet, sondern vor allem die innere Rindenschicht. Unter der groben äußeren Borke liegt ein Gewebe, das im lebenden Baum Wasser, Nährstoffe und Assimilate transportiert. Wird die Rinde rund um den Stamm vollständig entfernt, kann der Baum schwer geschädigt werden oder absterben. Eine verantwortungsvolle Gewinnung setzt deshalb voraus, dass nur begrenzte Bereiche entnommen werden oder Rinde als Nebenprodukt einer anderweitigen Holznutzung anfällt.
Pflanzen produzieren in ihren Rinden eine Vielzahl sekundärer Stoffwechselprodukte. Diese können das Gewebe gegen Pilze, Bakterien, Fraßfeinde und oxidativen Stress schützen. Beim Lapacho gehören dazu auffällig gefärbte Chinone. Ihre Reaktivität macht sie sowohl für den Baum als auch für die pharmakologische Forschung interessant.
Die Rinde ist also keineswegs bloß eine Verpackung um das Holz. Sie ist Schutzschicht, Transportgewebe und chemische Grenzzone zugleich.
Regionale Pflanzenkenntnisse und ihre Grenzen
Unter Bezeichnungen wie Lapacho, Pau d’Arco, Ipê-roxo und Taheebo werden Rindenzubereitungen in verschiedenen Teilen Mittel- und Südamerikas traditionell genutzt. Je nach Region sind traditionelle Anwendungen bei Hautproblemen, Fieber, entzündlichen Beschwerden, Schmerzen, Infektionen, Magen-Darm-Beschwerden und Geschwüren dokumentiert. Die genaue Verwendung unterscheidet sich jedoch nach Region, Bevölkerungsgruppe und verfügbarer Baumart.
Es wäre verkürzend, daraus eine einzige, über Jahrhunderte unverändert weitergegebene “indigene Anwendung” zu konstruieren. Südamerika umfasst sehr unterschiedliche medizinische Traditionen. Schriftliche ethnobotanische Quellen entstanden zudem häufig erst, nachdem lokales Wissen bereits mit kolonialer Medizin, Pflanzenhandel und späteren naturheilkundlichen Vorstellungen in Kontakt gekommen war.
Auch die heute verbreitete Form des Lapachotees ist Teil dieser bewegten Geschichte. Im 20. Jahrhundert wurde die Rinde international als Naturprodukt bekannt und teilweise mit weitreichenden Versprechen beworben. Besonders Aussagen über Krebsheilung, eine allgemeine “Entgiftung” oder eine umfassende Stärkung des Immunsystems gingen oft weit über das hinaus, was klinisch untersucht worden war.

Die traditionelle Bedeutung der Pflanze wird dadurch nicht wertlos. Sie beantwortet nur eine andere Frage. Sie zeigt, weshalb Menschen die Rinde auswählten, wie sie sie zubereiteten und in welche Vorstellungen von Körper, Krankheit und Heilung sie eingebettet war. Ob daraus eine medizinisch bestätigte Behandlung entsteht, muss unabhängig davon geprüft werden.
Warum Lapacho anders zubereitet wird als Blatttee
Lapachorinde besteht aus festem, lignifiziertem Pflanzenmaterial. Ein kurzes Übergießen wie bei empfindlichen Blättern oder Blüten löst daraus nur einen Teil der wasserlöslichen Bestandteile. Traditionell und im heutigen Kräutergebrauch wird die Rinde deshalb meist als Dekokt zubereitet: Sie wird in Wasser erhitzt und eine Zeit lang leise gekocht.
Dadurch entsteht ein rötlich brauner Aufguss mit holzig-herbem Charakter. Die Bitterkeit ist spürbar, bleibt bei einer ausgewogenen Zubereitung aber meist hinter jener stark bitterer Wurzeln oder Rinden zurück. Manche Menschen trinken Lapacho gerade wegen dieses eigenständigen Geschmacks. Er passt in die kältere Jahreszeit, lässt sich aber auch abgekühlt trinken.

Die Zubereitung als Tee sollte nicht mit hoch konzentrierten Extrakten oder isoliertem Lapachol gleichgesetzt werden. Welche Stoffe in welchem Umfang in das Wasser übergehen, hängt von Art, Herkunft, Zerkleinerung, Lagerung, Kochdauer und chemischer Zusammensetzung der Rinde ab. Fettlösliche oder nur schwer wasserlösliche Verbindungen können in einem traditionellen Dekokt deutlich geringer vertreten sein als in organischen Labor- oder Industrieextrakten.
Wer Lapacho als charakteristischen Rindentee kennenlernen möchte, findet bei Querbeet geschnittene Lapachorinde 🙂 Bei solchen Produkten sind eine klare botanische Zuordnung, eine trockene und saubere Verarbeitung sowie eine möglichst nachvollziehbare Herkunft wichtiger als spektakuläre Wirkversprechen.
Lapachol, Lapachone und die Chemie der Farbe
Im Zentrum der Forschung stehen Naphthochinone. Diese Moleküle besitzen ein Ringsystem, das Elektronen aufnehmen und wieder abgeben kann. Dadurch können sie an Redoxreaktionen teilnehmen und unter bestimmten Bedingungen die Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen fördern.
Zu den bekanntesten Verbindungen gehören Lapachol sowie α- und β-Lapachon. Lapachol wurde bereits im 19. Jahrhundert aus südamerikanischen Hölzern isoliert. β-Lapachon kann natürlicherweise vorkommen, wird für Forschungszwecke heute aber auch synthetisch hergestellt oder chemisch aus Lapachol gewonnen.

Diese Stoffe sind nicht bloß “Antioxidantien”, wie Pflanzeninhaltsstoffe im Marketing gern pauschal bezeichnet werden. Chinone können je nach chemischem Umfeld gegensätzlich wirken. Sie können Redoxprozesse beeinflussen, Proteine verändern und oxidativen Stress auslösen. Genau darin liegt ein Teil ihrer biologischen Aktivität – und ebenso ein Teil ihres toxikologischen Risikos.
Neben Naphthochinonen wurden in Lapacho verschiedene phenolische Verbindungen, Flavonoide, Benzoesäurederivate und weitere sekundäre Pflanzenstoffe beschrieben. Welche davon in einem Rindentee tatsächlich dominieren, lässt sich nicht allein aus Untersuchungen isolierter Inhaltsstoffe ableiten.
Entzündungsforschung: Signale aus Zellen und Tiermodellen
Wässrige Extrakte aus der inneren Rinde wurden in Zellkulturen und Tiermodellen auf entzündungsbezogene Prozesse untersucht. In aktivierten Makrophagen verringerte ein solcher Extrakt unter anderem die Bildung von Stickstoffmonoxid und Prostaglandin E2. Gleichzeitig wurde die Expression der beteiligten Enzyme iNOS und COX-2 gehemmt.
In Mausmodellen reduzierte der Extrakt experimentell erzeugte Schwellungen. Andere präklinische Arbeiten beschäftigten sich mit Darmentzündungen, Arthritis und immunologischen Signalwegen. Diskutiert werden dabei Einflüsse auf Transkriptionsfaktoren und Signalnetzwerke, die an der Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe beteiligt sind.
Solche Ergebnisse erklären, warum Lapacho in der Immunpharmakologie Aufmerksamkeit erhält. Sie zeigen, dass Bestandteile der Rinde in experimentelle Entzündungsprozesse eingreifen können. Klinische Studien, aus denen sich eine gesicherte Behandlung entzündlicher Erkrankungen mit Lapachotee ableiten ließe, fehlen jedoch.
Auch die traditionelle Verwendung bei Magenbeschwerden hat präklinische Forschung angeregt. Ein Rindenextrakt zeigte in verschiedenen Tiermodellen eine magenschützende Wirkung. Untersucht wurden unter anderem Veränderungen der Schleimproduktion und der Widerstandsfähigkeit der Magenschleimhaut. Ob sich daraus eine wirksame Therapie für Magengeschwüre beim Menschen entwickeln lässt, ist bislang offen.
Mikroorganismen und Parasiten
Lapachol, β-Lapachon und verwandte Verbindungen wurden gegen Bakterien, Pilze und Parasiten getestet. In Laborversuchen zeigten einzelne Naphthochinone Aktivität gegenüber verschiedenen Mikroorganismen. Besonders intensiv wurde ihre Wirkung auf Trypanosoma cruzi untersucht, den Erreger der Chagas-Krankheit.

Chinone können in Parasiten Redoxkreisläufe stören und reaktive Sauerstoffverbindungen erzeugen. Dadurch werden Proteine, Membranen und Erbmaterial geschädigt. Forschende stellen aus natürlichen Grundstrukturen deshalb zahlreiche Derivate her, um die Aktivität gegen Parasiten zu verbessern und zugleich die Schädigung menschlicher Zellen zu begrenzen.
Ähnliche Arbeiten existieren zu Malariaerregern und pathogenen Pilzen. Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt dabei weniger auf Lapachotee als fertigem Heilmittel. Interessant ist vielmehr das chemische Gerüst der Naphthochinone. Es bietet eine Art molekulare Vorlage, die verändert und auf bestimmte Zielstrukturen zugeschnitten werden kann.
Aus einer antimikrobiellen Aktivität im Reagenzglas folgt daher nicht, dass Lapachotee eine Infektion behandeln kann. Die dafür erforderlichen Konzentrationen, die Aufnahme in den Körper und mögliche Nebenwirkungen sind völlig andere Fragen.
β-Lapachon und die Suche nach selektiven Krebswirkstoffen
Besonders bekannt wurde β-Lapachon durch die Krebsforschung. Bestimmte Tumorzellen bilden große Mengen des Enzyms NAD(P)H-Chinon-Oxidoreduktase 1, kurz NQO1. Dieses Enzym kann β-Lapachon reduzieren. Das Molekül wird anschließend wieder oxidiert und durchläuft einen Kreislauf, der rasch reaktive Sauerstoffverbindungen erzeugt.
In empfindlichen Zellen können dadurch DNA-Schäden entstehen. Das Reparaturenzym PARP1 wird stark aktiviert, während die Vorräte an NAD+ und ATP abnehmen. Der Energiestoffwechsel gerät aus dem Gleichgewicht und die Zelle stirbt. Die Hoffnung hinter diesem Ansatz ist eine gewisse Selektivität: Tumorzellen mit hoher NQO1-Aktivität könnten stärker getroffen werden als umliegendes Gewebe.

β-Lapachon und besser lösliche Weiterentwicklungen wurden deshalb in frühen klinischen Studien geprüft. Eine Phase-I-Studie untersuchte das intravenös verabreichte Derivat ARQ 761 bei Patient*innen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren. Dabei ging es vor allem um Verträglichkeit, Dosierung, Pharmakokinetik und erste Hinweise auf biologische Aktivität.
Das ist klinische Forschung, aber kein Nachweis dafür, dass Lapachorinde Krebs behandelt. Zwischen einem Tee und einem gereinigten, intravenös verabreichten Arzneistoffkandidaten liegen Unterschiede in Reinheit, Konzentration, Aufnahme und Wirkmechanismus. Gerade bei Lapacho ist diese Trennung entscheidend, weil die öffentliche Bekanntheit der Pflanze stark durch Krebsversprechen geprägt wurde.
Interessant bleibt die Forschung dennoch. Sie zeigt, wie ein Inhaltsstoff aus einer Baumrinde zur Vorlage für eine gezielte pharmakologische Strategie werden kann. Ob daraus einmal ein etabliertes Medikament entsteht, hängt von Wirksamkeit, Verträglichkeit, geeigneten Tumormerkmalen und verbesserten Darreichungsformen ab.
Was klinisch belegt ist – und was nicht
Für Lapachotee oder gewöhnliche Rindenpräparate gibt es bislang keine überzeugende klinische Evidenz zur Behandlung von Krebs, Infektionen, entzündlichen Erkrankungen oder Magengeschwüren. Auch pauschale Aussagen über eine “Stärkung des Immunsystems”, eine Entgiftung oder vorbeugende Wirkungen sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Humanstudien zu β-Lapachon-Derivaten können nicht als Wirksamkeitsnachweis für die Rinde gelesen werden. Sie betreffen pharmazeutisch entwickelte Substanzen, die unter kontrollierten Bedingungen und in exakt bestimmten Mengen verabreicht werden.
Lapacho muss deshalb aber nicht auf eine Liste angeblich nutzloser Pflanzen gesetzt werden. Die Rinde besitzt einen eigenständigen Geschmack, eine lange regionale Verwendungsgeschichte und eine bemerkenswerte Chemie. Sie verbindet Alltagskultur und Arzneistoffforschung auf ungewöhnliche Weise. Für viele Menschen ist bereits der herbe, warme Rindentee der Grund, sich mit ihr zu beschäftigen.
Ein Baum zwischen Teetasse und Wirkstofflabor
Lapacho wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Der Tee ist schlicht, holzig und beinahe still. Die Blüte des Baumes dagegen ist spektakulär. Und die Chemie der Rinde führt in komplexe Fragen über oxidativen Stress, Parasiten, Entzündungswege und die gezielte Verwundbarkeit bestimmter Tumorzellen.
Gerade diese Spannweite macht die Pflanze interessant. Man muss aus ihr weder ein Wundermittel noch eine wissenschaftliche Enttäuschung machen. Ihre traditionelle Verwendung kann ernst genommen werden, ohne daraus klinische Gewissheiten abzuleiten. Ihre Inhaltsstoffe können pharmazeutisch spannend sein, ohne dass ein Rindentee zum Krebsmedikament erklärt wird.
Am Ende bleibt eine süd- und mittelamerikanische Baumart mit außergewöhnlichen Blüten, widerstandsfähigem Holz und einer Rinde, deren bittere Wärme seit Langem Menschen beschäftigt. Manchmal beginnt ethnobotanische Neugier genau dort: nicht mit einem Versprechen, sondern mit einem Geschmack und der Frage, was sich hinter ihm verbirgt.

Harm Reduction und Sicherheit
Für Lapachol wurden in experimentellen Untersuchungen gerinnungshemmende sowie reproduktionstoxische Effekte beschrieben. Höhere Mengen und konzentrierte Präparate können unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Beschrieben werden insbesondere Magen-Darm-Beschwerden; für Lapachol bestehen zudem Hinweise auf eine Beeinflussung der Blutgerinnung.
Schwangere und stillende Personen sowie Kinder und Jugendliche sollten Lapacho vorsichtshalber nicht verwenden. Bei Blutgerinnungsstörungen, Leber- oder Nierenerkrankungen und vor geplanten Operationen ist ebenfalls Zurückhaltung angebracht. Wer gerinnungshemmende Medikamente, Thrombozytenaggregationshemmer oder andere Arzneimittel mit Einfluss auf das Blutungsrisiko einnimmt, sollte die Verwendung medizinisch abklären.
Quellen
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